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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 7. April 2017

Leben, Licht und Tod – Die Künstlerin Victoria Coolen hat im Wiener Stephansdom Heiligenstatuen verhüllt

Den Mittelgang des Wiener Stephansdoms zieren 108 Heiligenfiguren. 37 davon hat die Künstlerin Victoria Coeln mit gold- oder silberfarbig glänzenden Rettungsfolien verhüllt. Es sei ihr erst sehr spät bewusst geworden, welche Multikulturalität diese Heiligen zum Ausdruck brächten. Coeln: „Die gotischen Säulenheiligen, die über Jahrhunderte hinweg so vielen Menschen Trost gespendet haben und immer noch spenden, kommen aus ganz Europa und vor allem aus heutigen Kriegsgebieten des Nahen Ostens, wie Syrien und dem Irak.“ Darauf möchte die Künstlerin mit ihrem Projekt hinweisen.

Licht fällt auf die verhüllten Statuen im Mittelschiff von St. Stephan. VICTORIACOELN-ATELIERCOELN
In vielen Kirchen werden während der Fastenzeit Altarbilder verhüllt. In einigen Domkirchen gibt es künstlerische Installationen. Im Innsbrucker Dom etwa zeigt die 1959 in Klagenfurt geborene Hrdlicka-Schülerin Minu Ghedina fliegende Papierkleider, die sie als Einladung verstehen möchte, Altes mit Leichtigkeit abzustreifen und sich auf Neues einzulassen. In Linz hat der 1980 in Wien geborene Künstler Adam Uhren für die Krypta der Ursulinenkirche eine Installation mit dem Titel „Alles wird gut“ als tröstende Spielart zum Leitthema des Aschermittwochs „memento mori“ geschaffen.

81,5 Jahre dauernder Film. Victoria Coeln geht es um das Wahrnehmen und Sichtbarmachen von Licht und Schatten, um Leben und Tod, um Sehen und Nicht-Sehen. Mit ihrer Verhüllungsinstallation spielt sie auf die gegenwärtige Flüchtlingssituation in Europa an. Gemeinsam mit der Schweizer Künstlerin Susanne Lyner hat sie im Stephansdom auch eine filmische Arbeit konzipiert, die dem durchschnittlichen Lebensalter von uns Europäern entspricht. Drei übereinander geschichtete Videosequenzen verweisen auf die Lebensspanne zwischen Geburt und Tod.

Apostelin der Apostel. Wenn Licht auf die Folien fällt, fangen die verhüllten 37 Statuen an zu glitzern und zu funkeln. 37 ist eine Grundzahl im Stephansdom, dessen architektonische Maße daran ausgerichtet sind. Coeln spielt mit der Verhüllung auch auf die existenzielle Notlage von Schutzsuchenden und Menschen, die auf Rettung aus der Not hoffen, an. Im Marienmonat Mai wird Victoria Coeln Marienstatuen und die weiblichen Skulpturen besonders hervorheben und durch Textprojektionen zu Wort kommen lassen. Coolen will auch daran erinnern, dass etwa Maria Magdalena zur Zeit der Erbauung des Stephansdoms den Titel „Apostola Apostolorum“, Apostelin der Apostel, getragen hat.