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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 24. Februar 2017

Ich bin ein Mensch – 6 Fotografen begleiten 25 Flüchtlinge und fotografieren mit ihnen

Es ist ein besonderes Projekt, das sechs Mitglieder des Fotokreises Eisenstadt im vergangenen Jahr beschäftigt hat. Die Fotografen Monika Leeb, Sibylle Loidolt, Hedda Pflagner, Heinz Ruf, Ghazal Sadr sowie Sylvia und Hans Tschida begleiteten ein Jahr lang 25 Asylwerber, zeigten ihnen das Land, kochten gemeinsam mit ihnen und lernten voneinander. Die Fotos, die dabei entstanden sind, kann man jetzt im Eisenstädter „Haus der Begegnung“ sehen.

Safa aus Mossul hat ein Geografie-Studium abgeschlossen, ehe sie vor dem IS fliehen musste.  H. PFLAGFNER
Das Projekt „Ich bin ein Mensch“ ist ein Integrationsprojekt. Die Asylwerber kommen aus Afghanistan, Irak, Iran, Somalia, Syrien und Tadschikistan. Das Erzählen der persönlichen Lebensgeschichte und der Schicksale ließ Freundschaften entstehen.

Wenn Schicksale ein Gesicht erhalten. Auf die Frage, was ihm in Österreich gut gefalle, sagt Omar aus Mossul, das vom IS besetzt ist, ohne eine Sekunde nachzudenken: „Freiheit und Friede, die Offenheit der Menschen und die Sicherheit.“ Seine Eltern und Schwestern sind noch in Mossul. Ihnen ist die Flucht nicht gelungen. Omar hat Sport studiert, sieben Monate irrte er umher. Safas Vater war Jurist in der Erdölbranche. Lange war die Familie getrennt. Seit Februar 2016 sind sie wieder zusammen. Sie hatten alles, was ihnen noch nach den Bombardierungen und Kämpfen übrig geblieben war, zurücklassen müssen.
Samer Alkhaled kommt aus Aleppo. Er ist eines von zehn Kindern. Sein Vater war Offizier. Samer hat Pharmazie studiert, musste 2014 nach Istanbul fliehen und konnte wegen seiner Englischkenntnisse im Tourismus Fuß fassen. Zuletzt betrieb er sogar ein kleines Hotel, ehe er die Aufenthaltsgenehmigung verlor. Nach langen Fußmärschen und endlos scheinenden Fahrten in überfüllten Zugwaggons kam er nach Salzburg und schließlich nach Eisenstadt. Nach einem erfolgreichen Aufnahmetest konnte er ein Fernstudium beginnen. Seine Heimatstadt Aleppo liegt inzwischen in Schutt und Asche. Drei Beispiele von vielen erschütternden Schicksalen.

Ausstellungskatalog. Zum Projekt ist auch ein 40-seitiger Katalog erstellt worden, der die 25 Teilnehmer näher vorstellt. Ab 7. April wird die Ausstellung in der Schuh-Mühle in Schattendorf zu sehen sein; weitere Ausstellungsorte im Mittel- und Südburgenland sind ins Auge gefasst.

Ich bin ein Mensch, Fotokreis Eisenstadt, Galerie „Haus der Begegnung“ Eisenstadt, Kalvarienbergplatz 11, zu sehen bis 31. März 2017 bei freiem Eintritt zu den Öffnungszeiten des Bildungshauses