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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 28. Oktober 2016

Das Thema Liebe steht im Mittelpunkt einer Ausstellung im Kunsthaus Infeld in Halbturn. Liebeswerben

Dem Liebeswerben und der Darstellung von Liebespaaren widmet sich die neue Ausstellung im Infeld Haus der Kultur in Halbturn. Schöne Träume, unerfüllte Leidenschaften, zärtliche Annäherungen, zarte Romanzen und leidenschaftliche Affären – so vielfältig die Liebe im menschlichen Leben ist, so variantenreich sind die künstlerischen Zugänge zu diesem beliebten Thema.

„Liebeswerben“: Das Motiv von Otto Rudolf Schatz (1900-1961) drückt eine ungemein dichte Zärtlichkeit aus.
INFELD
Die im Infeld Haus der Kultur ausgestellten Liebesvariationen reichen von biblischen Darstellungen von Ernst Fuchs („Samson und Delilah“) bis zu den Inszenierungen des deutschen Künstlers Hans Bellmer. Zögernde Annäherungen und elegante Liebespaare beschäftigen den Schriftsteller und Zeichner Fritz von Herzmanovsky-Orlando und den in Farbvariationen verliebten Maler des Phantastischen Realismus Wolfgang Hutter. Die Bereitschaft, den Balanceakt zwischen Nähe und Distanz in der Ehe zu wagen, ist in der Gouache „Die Verlobten“ vom Vater der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, Albert Paris Gütersloh, erkennbar. Verliebtheit, Treue, Verbundenheit und Geborgenheit malen Mara Puskaric-Petras und Nada Svegovic-Budaj, beide Stellvertreterinnen der Kroatischen Naiven Malerei.

Romantisch und tragisch, mitunter auch reichlich lustig, spiegeln sich Träume, Triebe, Macht und Ohnmacht der Verliebten im menschlichen Kunstschaffen und werden moralisch und kulturell codiert. Pop Art Künstler wie Allen Jones und Sandro Chia zeigen Paare beim zärtlichen Amüsement, Stellvertreter der Art Brut aus Gugging, wie Oswald Tschirtner und Josef Bachler, setzen keusche und sinnesfreudige Paare zeichnerisch um. Arbeiten voll Leidenschaft von Alfred Hrdlicka und Aquarelle von Otto Rudolf Schatz ergänzen die Schau.

Die Sammlung Infeld betrifft vorwiegend moderne und zeitgenössische Kunst und besteht seit Mitte der 1960er-Jahre. Sie umfasst über 3000 Gemälde und Skulpturen. Neben Werken von Andy Warhol, Arnulf Rainer, Alfred Hrdlicka, Hundertwasser und Picasso besteht die Sammlung aus einer eindrucksvollen Anzahl an Werken Naiver Kunst vor allem aus Kroatien, Werken der Art Brut und der größten Sammlung der Wiener Schule des Phantastischen Realismus. Seit 1997 ist die Sammlung in eine Stiftung eingebracht und gelangt seither nach und nach an die Öffentlichkeit.

Liebeswerben, Infeld Haus der Kultur, Halbturn, Parkstraße 13, bis 6. November 2016, Do-So 13-18 Uhr, sowie an Feiertagen, Eintritt frei

Freitag, 14. Oktober 2016

Herbert Schügerl zu „500 Jahre Reformation“ in Stadtschlaining – Heilige, Ketzer, Pharisäer

Was ist ein Heiliger, was ein Ketzer, was ein Pharisäer? Spiegelt die jeweilige Bezeichnung vielleicht nur die Meinung bestimmter Denkweisen wider? Ist alles nur eine Frage der Perspektive des Betrachters? Wie haben Persönlichkeiten wie John Wyclif, Jan Hus, Erasmus von Rotterdam oder Martin Luther ausgesehen, die Geschichte und Gesellschaft auf ihre ganz eigene Art nachhaltig geprägt haben? Welche Frauen waren mit am Werk? Herbert Schügerl hat sich mit seinem für ihn typischen Augenzwinkern auf die Suche nach möglichen Antworten gemacht.

Schügerl deutet die Gesichtszüge nur zart an,
wie hier beim Sächsischen Kanzler Gregor Brück (1484-1557).
CONZENTRUM
Es ist eine spannende Zeit, in der Martin Luther lebt. Markante Persönlichkeiten prägen sie: der niederländische Gelehrte Erasmus von Rotterdam, Papst Leo X., aus dem Florentiner Geschlecht der Medici und bereits im Alter von 37 Jahren als Nichtkleriker zum Papst gewählt, Kurfürst Friedrich III. von Sachsen, der Weise genannt, der düstere Bußprediger und Dominikaner Girolamo Savonarola, 1498 als „Häretiker, Schismatiker und Verächter des Hl. Stuhles“ exkommuniziert und hingerichtet. Schügerl porträtiert sie für die Ausstellung zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation und hält uns, wie man das von ihm gewohnt ist, auch heute einen ewig gültigen Spiegel vor Augen.

Augenöffner. Herbert Schügerl, 1948 in Neudörfl an der Leitha geboren, hat an der Universität Wien Philosophie und an der Akademie der Bildenden Künste Wien studiert. Er ist – ganz im Sinne seines Lehrers an der Akademie am Schillerplatz, Max Melcher – ein Augenöffner, der uns auf Dinge und Zeiterscheinungen hinweist und aufmerksam macht. Melcher meinte einmal: „Was ist es, was man homo graphicus nennen könnte? Den Phantasten, verkappten Agitator, Augenöffner, Meinungsbildner in der Druckerschürze, den Wolf im Schafpelz.“

Arbeiten für kirchliche Räume. Schügerl hat in zahlreichen Galerien im Inland sowie in Paris, New Dehli, Berlin, New York, Béjar, Valencia, Madrid, Barcelona, Sevilla, Àvila, Genf, London und Warschau ausgestellt. Seine Werke befinden sich im Besitz der Albertina, des ORF, der Burgenländischen Landesregierung, der Stadt Graz, der Akademie der bildenden Künste u. a. Im Burgenland hat er die Altarbilder in Neudörfl und Kemeten, die Altarraumgestaltung, einen Kreuzweg und Glasfenster in der Kirche von Neutal, einen Brunnen für die Therme Lutzmannsburg, den Glockenturm der evangelischen Kirche Riedlingsdorf sowie Glasfenster in der Leichenhalle von Kemeten gestaltet.
Herbert Schügerl, Heilige, Ketzer und Pharisäer – zu „500 Jahre Reformation“, Evangelische Kirche Stadtschlaining, 13. Oktober bis 20. November 2016, geöffnet nach jedem Sonntags-Gottesdienst bis 11.30 sowie von 14-16 Uhr nach Vereinbarung unter 03355 2212