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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 11. März 2016

Magier der Farben – Rudolf Klaudus ist eine Personale in der Landesgalerie in Eisenstadt gewidmet

Rudolf Klaudus wird 1895 in der kroatischen Gemeinde Nebersdorf geboren. Nach dem 1. Weltkrieg studiert er an der Graphischen Lehr- und Versuchsanstalt in Wien und an der Kunstakademie in Zagreb. Zurück im Burgenland unterrichtet er zunächst in Deutschkreutz, bis er 1936 zum ersten Inspektor für das kroatische Schulwesen bestellt wird. 1956 gründet er die „Künstlergruppe Burgenland“, Anfang der 1970er-Jahre wird er auch zum Mitbegründer der „Rabnitztaler Malerwochen“. Klaudus ist eine der Galionsfiguren des intellektuellen Kroatentums im Burgenland.

Die abgebilde te Hügellandschaft, in pastosen Ölfarben kräftig aufgetragen, entsteht 1964. LANDESGALERIE 
In der Neuen Züricher Zeitung aus dem Jahr 1974 wird Rudolf Klaudus als „Emil Nolde des Burgenlandes, der seine Dörfer und Bauernhöfe, Gärten und Landschaften in prallen Farben auf die Leinwand bannt“, bezeichnet. Klaudus fühlte sich tief in seiner Heimat verwurzelt. Seine Bilder weisen einen großen Wirklichkeitsbezug auf. In einer nicht-abstrakten Gestaltung wird die Wirklichkeit transparent. Letztlich beherrschend ist das Spiel der Farben. Leuchtend und glühend kräftig. Die Farben des Rudolf Klaudus sind die Farben des Burgenlandes. In den Linolschnitten, von denen einige in der Ausstellung zu sehen sind, herrscht eine Disziplin des reinen Schwarz und Weiß. In der knappsten Formulierung bleiben Hauch und Schwingung gewahrt.

Kräftig in der Substanz. Eine schöne Charakterisierung Rudolf Klaudus‘ stammt von Alfred Schmeller, dem ehemaligen Direktor des früheren Museums des Zwanzigsten Jahrhunderts in Wien und vormaligen Landeskonservator des Burgenlandes. Schmeller schreibt über Rudolf Klaudus: „Er keltert in seinen Bildern die Farben der Landschaft, presst gleichsam den Saft aus ihr, kocht die Atmosphäre ein, zieht aus der Erde Kräfte und steigert burgenländische Gegend ins Subtropische: Sie wird farbenprächtig, fruchtbar wie die Flanke eines Vulkankegels, schillernd zwischen Blaufränkisch, Ackerbraun, Dschungelgrün und allen Nuancen des Herbstes. Die Bilder sind kleine Fässer besten burgenländischen Weins, kräftig in der Substanz, würzig und mit herrlicher Blume. Hier hat der Maler die scheinbar unscheinbare Landschaft des mittleren Burgenlandes entdeckt, ein paar Kilometer vom Geburtsort Franz Liszts entfernt“.

Berufs- und Malverbot durch NS-Regime. Bereits in den 1930er-Jahren ist Klaudus Mitglied des Eisenstädter und später des Burgenländischen Kunstvereins. Während der Nazizeit wird er aus dem Schuldienst entlassen. Es wird ihm auch jede Betätigung auf dem Gebiet der bildenden Kunst untersagt. Nach 1945 nimmt er seine Tätigkeit als Maler und Schulinspektor wieder auf. Die letzten beiden Lebensjahre verbringt er nach einer Erkrankung in einem Altenheim in Eisenstadt. Klaudus stirbt 1979 84jährig in Eisenstadt.

Rudolf Klaudus. Ein Magier der Farben, Burgenländische Landesgalerie, Eisenstadt, Schubertplatz 1, bis 10.4.2016, Di-Sa 9-17, So/Ftg 10-17 Uhr, Eintritt frei.

Freitag, 4. März 2016

Glaube Hoffnung Liebe – Fastentuch von Eva Petric im Wiener Stephansdom

Die katholische Kirche setzt ab Aschermittwoch eine Reihe künstlerischer Akzente, um die Botschaft der Fastenzeit zu verdeutlichen. In der Grazer Andräkirche verhüllt eine Arbeit von Joachim Hainzel den Altar, im Innsbrucker Dom kann man auf einem am Boden liegenden Kreuz aus dünnen Spiegeln den Himmel betreten. Das barocke Deckengemälde und die Fenster spiegeln sich darin. In der Krypta des Linzer Ursulinenklosters zeigen Klara Kohler und Franz Frauenlob eine Installation zum Thema Flucht und Vertreibung. Für den Wiener Stephansdom hat Eva Petric ein Fastentuch gestaltet.

Das Fastentuch von Eva Petric ist bis Karsamstag im Wiener Stephansdom zu sehen.
KATHBILD.AT / FRANZ JOSEF RUPPRECHT

Die Multimediakünstlerin Eva Petric ist spartenübergreifend in den Bereichen Fotografie, Installation und Video in Wien, Ljubljana und New York tätig. Ihre 11 mal 5 Meter große Installation mit dem Titel „Collective Heart“ ist eine Collage aus tausenden recycelten Häkeldecken, die die Künstlerin auf Flohmärkten der ganzen Welt erstanden oder als Spende erhalten hat. Jene, die die Aorta bilden, stammen aus dem slowenischen Ort Idrija, wo eine Frau bis zu ihrem 80. Lebensjahr den Lebensunterhalt der fünfköpfigen Familie durch den Verkauf ihrer Handarbeiten gesichert hat.

‚Eden‘ erreichen. Laut Eva Petric verbinden die Häkelarbeiten und Spitzen in tausenden Knoten Erinnerungen, Wünsche und Verbindungen, sie illustrieren die generationenübergreifenden Bindungen zwischen den Menschen. Petric: „Wir sind nicht nur das, was wir sehen; wir sind viele vorangegangene Generationen, Gefühle und Erinnerungen. Diese werden nicht nur von unseren Genen weitergegeben, sondern manifestieren sich auch in einem kollektiven Unterbewusstsein, in Träumen, Wünschen und der Prägung von Archetypen, alles in unserem Versuch ‚Eden‘ zu erreichen – den Zustand der Einheit von Glaube, Hoffnung und Liebe“.

Geistige Pilgerschaft. Intention des Fastentuches ist es, die Erneuerung des gemeinsamen Herzens und das Sich-eingebunden-Wissen in die geistliche Pilgerschaft der heiligen 40 Tage zu fördern und zum Ausdruck zu bringen. Die violett-rote Licht-
installation spiegelt sowohl die Farbe der Buße (violett) als auch die des Lebens, der Liebe und des Blutes (rot) wider, die Farben der gotischen Presbyteriums-Fenster werden ebenfalls auf das Tuch projiziert.

Polyglott. Eva Petric wird 1983 in Slowenien geboren. Ihre Kindheit verbringt sie in Äthiopien, Indien und den USA. 2002 studiert sie in New York Kunst, 2005 in Wien Psychologie und Bildende Kunst sowie Neue Medien in Berlin 2010. 2012 nimmt sie an den Biennalen in Venedig und in Peking teil. Sie stellt in Argentinien, Slowenien, Mazedonien, China, USA, auf den Philippinen, in Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Deutschland, Tschechien und Serbien aus.