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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 25. November 2016

Bilderwitz und Zeitkritik – Wolfgang Horwath, Paul Muehlbauer und Georg Vinokic in der Maierhofer-Mühle

Drei Künstler aus dem Südburgenland geben sich ein humorvolles Stelldichein, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag. Doch Vorsicht: Die Idylle täuscht. Denn dahinter stecken auch dunkle Geschichten. Und eine gehörige Portion Kritik. Bei Paul Muehlbauer ist es oft eine mahnende Bitterkeit, eine „comicgewordene Gesellschaftskritik, bei der das Schaudern erst nach dem Grinsen kommt“, wie die Journalistin Bettina Oberrainer formuliert. Georg Vinokic macht sich Gedanken über gesellschaftspolitische Zusammenhänge, und Wolfgang Horwaths feinsinnige Arbeiten sind kritische und philosophische Reflexionen der gesellschaftlichen Diskrepanzen.

Georg Vinokic, Vasa 2012-2013, Acryl auf Leinwand VINOKIC
In der Gemeinde Unterlungitz am Ostrand des oststeirischen Hügellandes betreibt Barbara Maierhofer ein idyllisches Ausflugsgasthaus und zeigt auch Ausstellungen.

Paul Muehlbauer wird 1963 in Judenburg geboren. Seit 1993 lebt er als freischaffender Bildhauer im südburgenländischen Olbendorf. Ausstellungen führen ihn nach Hongkong, Shanghai, Los Angeles, Miami, Amsterdam und Wien. Seine langgestreckten, oft ins Groteske verzerrten Arbeiten sind stets mit hintergründigem Witz versehen.

Wolfgang Horwath, 1952 in Eisenstadt geboren, lebt in Buchschachen. In seinen Arbeiten trifft man auf „unterschwellige räumliche Farbharmonien, auf denen Zeichen schwimmen, eine Art Zeichenschrift in Analogie zu veränderlichen, gegenwärtigen, weltlichen Prozessen. Horwath formt seine Themen im diskursiven Gegenspiel von Linie und Sinn. Das offensichtliche Gegenspiel von Konstruktion und Destruktion innerhalb seiner Werke verweist auf ein Außerhalb, das einen Diskurs eröffnet“, schreibt der Münchner Fotokünstler Dieter Rehm über ihn.

Georg Vinokic wird 1965 in Novi Sad in der serbischen Provinz Vojvodina geboren und lebt seit 1991 in Österreich, nachdem er seine Heimat verlassen musste. Auch er betreibt wie Horwath in Buchschachen ein Atelier. Von 1984 bis 1990 studiert er Petrochemie an der Universität Novi Sad. Er stellt in Wien, Graz, Paris, Berlin, Barcelona, Belgien, Frankreich und Holland aus. Seine bevorzugten Themen sind Heimat, Zusammenleben, die Rolle der Frau in der Gesellschaft, wobei ihn vor allem der Blick ins Innere und das oftmals ambivalente Verhältnis zwischen Fremdbild und Selbstbild interessieren.
Malerei Skulpturen Zeichnungen – Wolfgang Horwath, Paul Muehlbauer & Georg Vinokic, Maierhofer-Mühle, Unterlungitz, bis 4. Dezember 2016, Mi–So 10-22 Uhr