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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 8. Juli 2016

Menschen Zeiten Dinge – Filmische Porträts von Angehörigen burgenländischer Volksgruppen im Landesmuseum

Menschen sprechen über Dinge und Werte und stellen ein Objekt, das für ihr Denken repräsentativ ist, vor. Und das in ihrem Dialekt bzw. in ihrer Muttersprache. Eine audiovisuelle Rauminstallation im Burgenländischen Landesmuseum porträtiert zwölf Menschen zum Jahresschwerpunkt des Burgenlandes, der kulturellen Vielfalt.

Menschen erzählen von Dingen, die ihnen etwas Besonderes bedeuten. TRABICHLER

Die Lebenswelt einer Gesellschaft besteht aus dem Zusammenspiel der Nutzung von Dingen und den damit verbundenen Handlungen der Menschen. Und Dinge, die Menschen herstellen, gebrauchen oder denen sie besondere Bedeutung zumessen, gibt und gab es in allen Kulturen und zu allen Zeiten. Diese Dinge sind mit zahlreichen Bedeutungen verknüpft. Doch nicht immer bedeuten Objekte für den einzelnen Menschen dasselbe, wie es im kollektiven Gedächtnis eines Museums wiedergegeben wird. Zwölf Angehörige von burgenländischen Volksgruppen und Migrantinnen und Migranten stellen in ihrer Muttersprache bzw. ihrem vertrauten Dialekt ein Objekt oder einen ideellen Gegenstand ihrer Wahl vor, der repräsentativ für ihre Denkweise steht.

Individuelle Gesinnungen. Die Ausstellung erörtert Begriffe wie Fremdsein, soziale Verantwortung, Gesellschaft, Nächstenliebe, Willkommenskultur, Humanität. Geschildert
wird eine persönliche Sicht von Gesellschaftsidealen, Zugehörigkeit und Identität. Die einzelnen Statements veranschaulichen eine bunte Vielfalt, die ein gemeinsames Bild ergibt. Der Kuratorin der Ausstellung, Jasmin Trabichler, geht es darum, das Museum nicht nur in seiner Funktion als Aufbewahrungsort und Forschungsstätte von kulturellen Gütern, historischen Schaffensperioden und Ereignissen zu zeigen, sondern auch als Repräsentationsort individueller Gesinnungen.

Buntes Mosaik der Vielfalt. Drei Frauen veranschaulichen, worum es im Jahr der kulturellen Vielfalt geht: Katharina Dowas von der Volksgruppe der Burgenländischen Ungarn, Manuela Horvath als Vertreterin der Burgenländischen Roma und Sonja Krutzler als Repräsentantin der Burgenländischen Kroaten tragen durch ihre Interviews zu einer besseren Sichtweise der verschiedenen Volksgruppen des Burgenlandes bei. Durch das friedliche Zusammenleben, die Pflege und Weitergabe von Sprache, Kultur, Traditionen und Brauchtum kommt es zu einem bunten Mosaik der Vielfalt in Europa, von dem alle profitieren können.

Lebenswelt einer Gesellschaft. Menschen und Dinge beeinflussen sich wechselseitig. Die Sphäre, in der Menschen und Dinge aufeinandertreffen, ist die Lebenswelt einer Gesellschaft. Die Ausstellung zeigt, wie die Menschen als Träger einer Kultur die gezeigten Dinge hervorbringen.

Menschen, Zeiten, Dinge. Eine Medieninstallation, Burgenländisches Landesmuseum Eisenstadt, Museumgasse 1-5, bis 13. November 2016, Mo-Fr 9-17, So/Ftg 10-17 Uhr, Eintritt 6,-