Diözese Eisenstadt - Menü
Aktuell - Menü
Bischof - Menü
Über uns - Menü
Pfarren - Menü
Kirchenbeitrag - Menü
Frauen, Männer, Familie - Menü
Junge Kirche - Menü
Bildung - Menü
Für die Seele - Menü
Info, Hilfe - Menü
Diözese Eisenstadt - Seitentitel
DeckeEntwurf3

Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 29. Juli 2016

Grüß mir die schönen Frauen … – 12 Geschichten über Musik und Liebe von Joseph Haydn im Haydnhaus Eisenstadt

„Wenn du die eine liebst, sollst du keine andere heiraten“, diktierte Joseph Haydn im Alter seinem Freund und Biographen Georg August von Griesinger. Gemeint war Theresia Helene Keller, in die sich Haydn verliebte, die jedoch ins Kloster ging. So ehelichte er deren ältere Schwester Maria Anna Theresia, mit der er bekanntlich nicht sehr glücklich wurde. Haydn gab den beiden Töchtern des Perückenmachers Johann Peter Keller Klavierunterricht. In Haydns Leben spielten auch eine Reihe anderer Frauen eine wichtige Rolle. Ihnen ist im Haydnhaus eine Ausstellung gewidmet.

Theresia Keller vermachte ihrer Schwester Maria Anna, Haydns Frau,
ein gelbgestreiftes Kleid aus Atlasseide. DOBROWSKY

„Mein Weib war unfähig zum Kinder gebären und daher war ich auch gegen die Reize anderer Frauenzimmer weniger gleichgültig“, bekannte Haydn freimütig. Da war zunächst die in Neapel geborene Opernsängerin Luigia Polzelli, für die Haydn Arien komponierte. Haydn versprach ihr sogar die Ehe und kümmerte sich sehr um deren Sohn Antonio, sodass der Verdacht auftauchte, Antonio sei Haydns Sohn. Antonio komponierte auch einen Trauergesang für Haydns Begräbnis. Und seine Mutter erhielt von Haydn eine Rente.

Begabte Musikerinnen. Lebenslangen Kontakt zu Haydn hielt auch Marianna von Martines. Sie war die Tochter des päpstlichen Nuntius in Wien und Nachbarin im Michaelerhaus in Wien, wo Haydn 1751 in eine Dachkammer eingezogen war. Haydn gab Marianna Klavierunterricht. Die Ausstellung zeigt ein vierstimmiges „Miserere“ für Orgel von ihr. Zu Haydns Zeit gab es ausgezeichnete Musikerinnen, die in der Musikgeschichte bedauerlicherweise nur eine untergeordnete Stellung einnehmen.

Seelenfreundinnen. Therese Jansen-Bartolozzi wurde Haydns Freundin in London. Haydn war ihr Trauzeuge. Maria Anna von Genzinger war seine Seelenverwandte, mit der Haydn einen intensiven und intimen Briefverkehr pflegte. Sie war die Frau des Leibarztes von Fürst Nikolaus I. Esterházy und führte im Wiener Schottenhof einen musikalischen Salon, in dem viele Musikgrößen, darunter auch Mozart, verkehrten. Magdalena von Kurzböck wurde die Gefährtin der späten Jahre. Sie war eine ausgezeichnete Pianistin. Haydn widmete ihr ein Klaviertrio. Sie begleitete ihn bei seinem letzten öffentlichen Auftritt anlässlich der Aufführung der „Schöpfung“.

Maria Theresia. Die Ausstellung thematisiert auch zwei bedeutende Frauen der Hoch-
aristokratie: Kaiserin Maria Theresia und Fürstin Maria Josepha Hermenegilde Esterházy. Für sie komponierte Haydn sechs Messen, die an ihrem Namenstag in der Bergkirche in Eisenstadt aufgeführt wurden. Haydn schrieb 14 große Messen für die Familie Esterházy. Mehrmals weilte Kaiserin Maria Theresia in Esterháza. Von ihr stammt der legendäre Satz: „Wenn ich eine gute Oper hören will, fahre ich nach Esterháza.“ Haydns Antwort: „… und grüßt mir all die schönen Frauen …“

Haydn und die Frauen. Haydn-Haus Eisenstadt, bis 13. 11. 2016,
Mo–Sa 9-17, So/Ftg 10-17 Uhr, Eintritt 5,-