Diözese Eisenstadt - Menü
Aktuell - Menü
Bischof - Menü
Über uns - Menü
Pfarren - Menü
Kirchenbeitrag - Menü
Frauen, Männer, Familie - Menü
Junge Kirche - Menü
Bildung - Menü
Für die Seele - Menü
Info, Hilfe - Menü
Diözese Eisenstadt - Seitentitel
DeckeEntwurf3

Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 20. Mai 2016

Schwebezustände – Ensemble Gerersdorf begeht 40-Jahr-Jubiläum und 75 Jahre Gerhard Kisser

Das Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf begeht heuer sein 40-Jahr-Jubiläum. Dazu wird es eine Sonderausstellung mit dem Titel „Wie es begonnen hat“ geben. Das im Jahr 1976 von Gerhard Kisser gegründete Freilichtmuseum in der Gemeinde Gerersdorf-Sulz, das mittlerweile auf 32 Objekte – zumeist strohgedeckte alte Wohn- und Wirtschaftsgebäude – angewachsen ist, stellt jedes Jahr auch namhafte Künstler aus. Für heuer sind das die Maler Ulrich Gansert und Clemens Kindermann sowie der Bildhauer Oskar Höfinger.

Clemens Kindermann versucht, mit minimalen Mitteln eine Spannung zwischen Nähe und Distanz darzustellen. KINDERMANN

Clemens Kindermann hat einen engen Burgenland-Bezug. Seine Eltern haben ein Anwesen in Pamhagen erworben und zu einer künstlerischen Werkstatt umgebaut. Der Vater, Gustav Kindermann, war ein international gefragter Textil-Designer, zu dessen Kunden Liz Taylor, das schwedische Königshaus, arabische Harems, Schiffe und große internationale Hotels zählten und der Theater- und Opernhäuser ausstattete. Auch Carola Kindermann, die Mutter, ist eine renommierte Künstlerin. 1977 geboren studiert Clemens Kindermann Kunstgeschichte, Malerei und Philosophie und wendet sich bald der Malerei zu.

Abstraktion und Abbild. Er entwickelt einen eigenen Stil, den er selbst als Kombination von Gegenständlichkeit und Abstraktion bezeichnet. Mit minimalen Mitteln versucht er, eine Spannung zwischen Nähe und Distanz darzustellen. Aus entsprechender Entfernung lassen sich die Züge eines Porträts in erstaunlicher Präzision erkennen. Es ist eine Art Schwebezustand zwischen Abstraktion und Abbild. Kindermanns Technik enthüllt erst auf den zweiten Blick die gewohnte erzählerische Ebene seiner Bildwelten und Skulpturen und öffnet damit einen Zugang zu vieldeutiger Auseinandersetzung mit Skulptur als Material und dessen Deutungsmöglichkeiten.

Kreuzweg für Linzer Pfarre. Für die Pfarre St. Peter in Linz hat er eine Neudeutung des Kreuzweges geschaffen. Seine Arbeiten verdeutlichen Hilfsbereitschaft, aber auch persönliche Sorgen, in der gemeinsamen Eucharistiefeier mit der Gemeinde zu teilen. So bildet die 8. Station „Begegnung Jesu mit den weinenden Frauen“ aus umsichtig angeordneten, gefärbten Stoffbahnen einerseits die Trauerszene ab, bietet aber als kunstfertiges Lumpenbündel zugleich eine mehrdeutige Skulptur, die die konkrete Szene mit dem assoziativen Bildgedächtnis der Gegenwart verbindet.

Ausstellungen. Clemens Kindermann hat in der Galerie Ernst Hilger, im Erzbischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Wien, im Wiener Museumsquartier und im Künstlerhaus Wien sowie in der Burgenländischen Landesgalerie in Eisenstadt, im Schloss Halbturn, in der Sammlung Peter Infeld und im Tanzquartier Wien ausgestellt.
Clemens Kindermann, Zwischen Nähe und Distanz, Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf, bis 12. Juni, täglich 10-18 Uhr, Eintritt: 5,50