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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 8. Januar 2016

Querdenkerin – Msgr. Otto Mauer Preis 2015 geht an die 36-jährige Kärntner Künstlerin Catrin Bolt

Der mit 11.000 Euro dotierte Msgr. Otto Mauer-Preis wurde heuer bereits zum 35. Mal vergeben. Prämiert wird das gesamte bisherige Werk einer Künstlerin oder eines Künstlers unter 40 Jahren. Die diesjährige Preisträgerin ist die in Kärnten geborene und derzeit in Wien lebende und arbeitende Künstlerin Catrin Bolt. Von der Jury wird Bolts ernsthaftes politisches Engagement hervorgehoben.

Catrin Bolt drapiert weggeworfenes Plastik, belichtet es mehrere Minuten
 und macht daraus „Plastik-landschaften“. CATRIN BOLT

Besonders haben die Jury die Arbeiten von Catrin Bolt vor dem Hintergrund der aktuellen weltweiten gesellschaftlichen Umbrüche überzeugt. Deutlich werde dies etwa am Beispiel des Mahnmals „Alltagsskulpturen“ aus dem Jahre 2014, in dem Bolt in großen Lettern Texte von Holocaustüberlebenden auf die Gehsteige jener Orte schrieb, an denen die Ereignisse stattfanden. Bolts Arbeiten seien durch die Gleichzeitigkeit von Geschichtsbewusstsein und gesellschaftlichem Engagement, konzeptuellem Kalkül und ästhetischem Anspruch gekennzeichnet, begründet die Jury ihre Entscheidung.

Verstörend und aufrüttelnd sind ihre Arbeiten. Aufsehen erregte das 760 Meter lange Textband in der Grazer Innenstadt im Oktober 2013, das die gewaltsamen Übergriffe in der Novemberpogrom-Nacht 1938 und den Weg, auf dem Rabbiner David Herzog durch die Stadt getrieben wurde, schildert. Ein anderer solcher besonderer Ort ist der Bahnsteig 5 des Wiener Westbahnhofs, der in den letzten Wochen zu einem der Kristallisationspunkte der Flüchtlingsthematik wurde. Zurzeit arbeitet Catrin Bolt an der Umsetzung von zwei Ehrenmälern für den Arkadenhof der Universität Wien. Bolt hat gemeinsam mit zwei anderen Künstlerinnen den anlässlich des 650-Jahre-Jubiläums der Universität ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen. Catrin Bolt wird 1979 in Völkermarkt geboren, studiert von 1997 bis 2003 bei Peter Kogler an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, erhält Stipendien für Paris, Budapest, Los Angeles und Rom und nimmt an verschiedenen Symposien und Workshops u.a. in Belgrad und Bari teil. Sie stellt in Warschau, Frankfurt, Kassel, Köln, Toronto, Vancouver, Venedig und London aus und lebt heute in Wien.

Otto Mauer-Fond fördert vielfältige Projekte. Der Otto Mauer Fond fördert darüber hinaus neben künstlerischen und filmischen auch wissenschaftliche und soziale Projeke, darunter heuer ein Projekt der youngCaritas, das sich zum Ziel gesetzt hat, Menschen mit körperlicher Beeinträchtigung in die Modewelt zu inkludieren.

Catrin Bolt, JesuitenFoyer, Bäckerstraße 18, Wien; bis 24. 1. 2016, Mo, Di 16-19, So 12-13 Uhr sowie nach tel. Vereinb. unter 0699 11 441 567 (zwischen 21.12. u. 9.1. sowie an Ftg. geschlossen.) Eintritt frei.