Diözese Eisenstadt - Menü
Aktuell - Menü
Bischof - Menü
Über uns - Menü
Pfarren - Menü
Kirchenbeitrag - Menü
Frauen, Männer, Familie - Menü
Junge Kirche - Menü
Bildung - Menü
Für die Seele - Menü
Info, Hilfe - Menü
Diözese Eisenstadt - Seitentitel
DeckeEntwurf3

Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 17. Juli 2015

Neue Lebenslust - Eine atemberaubende Zeitreise durch drei Jahrzehnte auf Schloss Halbturn

Die diesjährige Ausstellung im Schloss Halbturn widmet sich der Zeit zwischen 1900 und 1930 und gibt einen Einblick in diese spannende Periode zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Diese drei Jahrzehnte leiteten eine Epoche mit immer rasanter werdenden Veränderungen in Gesellschaft, Kunst und Alltagskultur ein.

Der einzige aus der österreichischen Automobilfabrik Celeritas original erhaltene Rennwagen, Baujahr 1901. TECHNISCHES MUSEUM WIEN

Die Ausstellung legt den Schwerpunkt auf die Darstellung der großen Neuheiten dieser Zeit in Gesellschaft, Medizin, Technik, Sport, Mode, Kunstgewerbe, Architektur und Design. Die Änderungen betreffen alle gesellschaftlichen Schichten und bestimmen bis heute unseren Alltag. Es sind viele österreichische Erfindungen im technischen Bereich, wie die Schiffsschraube, die Radioröhre, das erste Motorflugzeug, die ersten Elektroautos oder auch das erste Hybridauto. Kennzeichnend für die Gesellschaft dieser Zeit ist vor allem eine neue Art von Lebenslust.

Tabakindustrie. Dabei hatte auch das Rauchen einen wesentlichen Stellenwert. So war die österreichische Tabakindustrie in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen eine der wichtigen Einnahmequellen der Republik Österreich und schuf für 27.000 Menschen Arbeitsplätze. Einzigartige Objekte aus dem Tabakmuseum wie etwa ein „Rauchertisch“ zeigen diesen großen Stellenwert. Das neue Verständnis von Architektur und Ornamentik wird durch diverse Möbelstücke, Fotografien, Keramik und besondere Objekte in Jugendstil und Art déco illustriert. Zu bewundern sind ebenfalls Glasobjekte aus dem Österreich-Pavillon der Weltausstellung 1900 in Paris.

Automobile und Grammophon. Von der beginnenden „Beschleunigung“ im 20. Jahrhundert erzählen Originale und Modelle von Flugzeugen, Zeppeline oder Eisenbahnen. Zu sehen ist der einzige aus der österreichischen Automobilfabrik Celeritas original erhaltene Rennwagen, Baujahr 1901. Die Erfindung des Grammophons führte zu neuem Erleben von Musik, war sie bis dahin doch nur „live“ zu erleben. Ebenfalls in dieser Zeit entwickelten sich Fotografie und Film zu wichtigen Bestandteilen des täglichen Lebens. Man kann in einem Nachbau eines Filmstudios Platz nehmen. Originale Kleidungsstücke, Accessoires und kostbarer Jugendstil- und Modeschmuck, der seine erste große Blüte erlebte, zeugen von den emanzipatorischen Veränderungen und industrieller Produktion.

1900 bis 1930 – Eine atemlose Zeit.Schloss Halbturn bis 26. Oktober 2015, Di-So/Ftg 10-18 Uhr, Eintritt: 8,-

Freitag, 3. Juli 2015

Vom Mythos zur Marke - Das Landesmuseum lässt die antike Götterwelt auferstehen

Mars-Riegel, Computer-Trojaner, Nike-Sportschuhe, Merkur-Supermarkt, Penaten-Creme, Renault-Clio, Hermes-Paketdienst, Apollo-Optik, Diana mit Menthol – die antike Götterwelt ist auch im 21. Jahrhundert präsent. Was lässt die Antike mit ihren Göttern und Helden so beständig in unserer Gegenwart fortleben? Dieser Frage geht eine Ausstellung im Burgenländischen Landesmuseum nach.



Archäologische Artefakte treffen auf moderne Konsumartikel, die Göttin Ceres auf ihr Speisefett, der Gott Mars auf den Schokoriegel. Eine in Kooperation mit dem Oberösterreichischen Landesmuseum gestaltete Sonderausstellung begibt sich auf die Suche nach Markenartikeln der letzten hundert Jahre und begegnet dabei archäologischen Funden und Exponaten aus den letzten zweitausend Jahren. Relikte der griechisch-römischen Antike werden den Artefakten der heutigen Konsumwelt gegenübergestellt.

Von Ceres bis Mars. Es ist erstaunlich, wie viele Konsumgüter unserer Zeit an die alten antiken Götter erinnern. 18 Göttinnen und Götter und eben so viele Marken, die deren Namen tragen, werden in der Ausstellung vorgestellt. Bei Ceres, der Göttin der Fruchtbarkeit, der Ehe und des Ackerbaus, lässt sich noch eine Verbindung zum Speisefett herstellen, ebenso bei Merkur, dem Gott der Kaufleute. Was allerdings der Kriegsgott Mars mit Schokolade zu tun haben könnte, ist schon schwerer zu ergründen. Doch auch dieses Rätsel lässt sich lösen: Der Name hat nichts mit dem römischen Gott zu tun, sondern geht auf den Firmengründer Frank C. Mars zurück.

Markenreligion. Heute findet man die antiken Götter nicht mehr im Himmel, sondern auf den Projektionsflächen der Werbung. Sie sind Kultgegenstände einer Markenreligion und begegnen uns tagtäglich. Morgens reiben wir unseren Körper mit „Diana mit Menthol“ oder „Penaten-Creme“ ein, verwenden den Duft „Kouros“ von Yves Saint Laurent oder „Axe Apollo“. Wir ziehen ein Hemd von „Olymp“ an und schlüpfen in „Nike Sportschuhe“, kochen mit „Ceres Speisefett“ und marinieren den Salat mit „Hesperiden Essig“. Und wir fahren mit einem „VW Phaeton“ oder einem „Citroen DS 23 Pallas“. Werbung und Mythos scheint etwas Ewiggültiges inne zu wohnen. Und die Krise der klassischen Religion könnte dabei die Mythologisierung und Spiritualisierung der Werbung beflügeln.
Vielfach scheinen nicht mehr die Kirchen, sondern die Konsumtempel Orte moderner Religiosität zu sein.


Merkur, Mars & Co., Vom Mythos zur Marke, Burgenländisches Landesmuseum, bis 11. November, Mo-Sa 9-17, So/Ftg 10-17 Uhr, Eintritt: 5,50; Familien: € 12,-