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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 24. April 2015

Im Buch der Seele blättern

Eisenstädter Rathaus-Galerie präsentiert Arbeiten von Heidi Tschank

Seit der Entfernung des Brunnens von Rudolf Kedl vor dem Joseph Haydn-Konservatorium in Eisenstadt steht an dieser Stelle eine Skulptur der Bildhauerin Heidi Tschank mit dem Titel „Klingender Dialog“. Die Künstlerin möchte damit eine Verbindung zwischen der Musik Joseph Haydns und der Natur im benachbarten Schlosspark herstellen. Nun sind Arbeiten von ihr in der Rathaus-Galerie zu sehen.

Die zwei Meter hohe Skulptur „Lebenswege“ aus Sölker Marmor schuf Heidi Tschank 2004 KATALOG

„Meine Arbeit ist eine Philosophie vom Ursprung allen Lebens über die Endlichkeit bis zum Absoluten, so als könnte man in einem Buch der Seele blättern“, charakterisiert Heidi Tschank ihr künstlerisches Schaffen. Heidi Tschank entführt uns in phantasievolle Exkursionen. In ihren Skulpturen entstehen Komplexe, die das Ausufernde, Ungezügelte, Direkte zum Ausdruck bringen, und wenn es gelingt, daraus eine Form, einen Zusammenhalt, eine in sich stimmende Bewegung zu gewinnen, enthält der fertige Stein die Schönheit des Anarchischen.

Auseinandersetzung mit menschlicher Figur. Meistens geht es Heidi Tschank um eine Auseinandersetzung mit der menschlichen Figur, wobei ihr die ästhetische Komponente wichtig ist. Sie wird hervorgelockt durch die Beobachtung dessen, was der Stein bewirkt, wenn er Assoziationen frei werden lässt, die Heidi Tschank in der Natur vorfindet. Ihre formalästhetisch subtilen Skulpturen atmen die Stärke des Geistigen. Licht spielt eine wichtige Rolle, das Wesentliche wird bewusst sparsam herausgearbeitet. Die bevorzugten Materialien von Heidi Tschank sind Stein und Holz. Im Rathaus in Eisenstadt zeigt sie aber auch Arbeiten in Öl und Druckgrafik.

Rege Ausstellungstätigkeit. Heidi Tschank wird in Wien geboren und studiert von 1983 bis 1997 in der Meisterklasse für Bildhauerei bei Wander Bertoni an der Universität für angewandte Kunst in Wien, bei Sigbert Schenk Lithographie, Druckgrafik und Alugraphie sowie von 1997 bis 1998 Buchbinderei und Restauration bei Thomas Hansen und von 2004 bis 2010 Philosophie und Kunstgeschichte. Heidi Tschank stellt in Wien, Salzburg, Graz, Linz, Budapest, Szombathely, Körmend, Prag, Bratislava, Maribor, Paris, Olmütz, Basel, Winterthur, Berlin und New York aus. 13 Jahre, von 2000 bis 2013, leitet sie Seminare und internationale Symposien in Irdning, Loretto, Purbach und im Stift Geras. 1997 erhält sie den Förderpreis des Bundeskanzleramtes Wien und 2000 den Förderpreis der Niederösterreichischen und Burgenländischen Landesregierung. Heidi Tschank lebt und arbeitet in Wien und in Stotzing im Burgenland.

Heidi Tschank, Der blaue Planet, Rathaus Galerie Eisenstadt, bis 15. Mai, Mo-Do 8-16, Fr 8-13 Uhr, Eintritt frei.

Donnerstag, 16. April 2015

Im Verborgenen

Roma und Sinti in Österreich im Wien Museum
Die vor zwei Jahren verstorbene Lovara-Romni Ceija Stojka veröffentlichte 1988 ihr Buch mit dem Titel „Wir leben im Verborgenen“. Sie schildert darin ihre Kindheit in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Bergen-Belsen. Von ihrer Großfamilie, die etwa 200 Personen umfasste, überlebten nur sechs Angehörige. Eine Ausstellung im Wien Museum gibt Einblicke in die Lebenssituation von Roma und Sinti in Österreich. Phasen der Zwangsassimilierung wechselten mit solchen der Ausgrenzung. Beleuchtet werden auch die seit dem 18. Jahrhundert bestehenden Siedlungen im Burgenland.

Ceija Stojka verarbeitet in ihren Bildern ihre Kindheitserinnerungen: die Verhaftung einer Roma-Wohnwagen-Siedlung durch die SS. STOJKA DR

Geschätzte 90 Prozent der österreichischen Roma wurden in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ermordet. Die wenigen Überlebenden standen nach 1945 vor dem Nichts und wurden systematisch benachteiligt. Etliche zogen nach Wien, auch in der Hoffnung, nicht als Roma erkannt zu werden. Der überwiegende Teil der heute in Österreich lebenden Roma und Sinti kam im Zuge von Arbeitsmigration aus Ost- und Südosteuropa, aus Serbien, Bosnien und dem Kosovo, später auch aus Rumänien, Bulgarien und der Slowakei.

Stereotypen und Feindbilder. Jahrhundertelang waren Roma und Sinti Thema von Darstellungen, die ausschließlich von Nicht-Roma erzeugt wurden. Es gibt kaum historische Selbstzeugnisse. Meist sind es Abbilder und Interpretationen von als anders wahrgenommenen Fremden. Auf diese Weise wurden über Jahrhunderte Stereotypen und Feindbilder festgeschrieben, die letztlich der Legitimation von Ausgrenzung und rassistischer Verfolgung dienten und dienen. Romane Thana zeigt Orte und Plätze, an denen Roma und Sinti gelebt haben.

40.000 bis 80.000 Roma und Sinti. Heute sind die meisten im Wiener Raum und im Burgenland angesiedelt. Jedoch leben viele im Verborgenen. Dadurch schwanken die Zahlen der in Österreich lebenden Roma und Sinti zwischen 40.000 und 80.000, sagt Andrea Härle, Geschäftsführerin des Roma-Vereins Romano Centro. Bilder von bestehenden Siedlungen der Burgenland-Roma geben Einblicke in ihre Lebenssituation. Zu sehen sind Videointerviews, private Fotoalben, Kupferstiche und gemalte Bilder von Angehörigen der Volksgruppe. Auch das Attentat von Oberwart wird in der Ausstellung beleuchtet. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein Romano Centro, der Initiative Minderheiten und dem Landesmuseum Burgenland gestaltet.

Romane Thana. Orte der Roma und Sinti, Wien Museum, Karlsplatz, 12.2.-17.5.2015, Di-So 10-18 Uhr (1.Mai geschlossen)