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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Mittwoch, 28. Januar 2015

Scherenschnitt-Blickpunkte

Galerie „Haus der Begegnung“ würdigt Liane Presich-Petuelli zum 90. Geburtstag

Unter ihren Vorfahren befinden sich Bildhauer, Wissenschaftler, Höhlenforscher, sogar ein Mitglied der Académie Française in Paris, aber auch Devotionalienhändler und Rosenkranzschnitzer am Oberberg. Liane Petuelli, 1925 in Eisenstadt geboren, studiert nach ihrer Matura an der Hochschule für Musik in Wien das Lehrfach für Musikerziehung und Geschichte. Nach dem Krieg arbeitet sie in einer renommierten Papierhandlung am Wiener Opernring, wo sie Scherenschnitte herstellt, die dem Rektor der Kunstakademie am Schillerplatz auffallen.

Der Tod im Garten Zitat Christine Lavant aus „Die Bettlerschale“. ZVG

Dadurch kommt es zur Teilnahme an der ersten burgenländischen Landesausstellung in der Orangerie des Schlosses Esterhazy in Eisenstadt, bei der neben bekannten Altmeistern wie Albert Kollmann auch Karl Prantl und Rudolf Kedl vertreten sind. Ab 1951 folgt eine rege Ausstellungstätigkeit, – an die 150 Ausstellungen – in Königstein im Taunus, in Caisse d‘Epargne, Colmar, Strassburg, Frankfurt am Main, im Hermann Hesse Museum, Calw, in der Österreichischen Gesellschaft für Musik in Wien, auf Schloss Kornberg, in Salzburg, Baden, in der Silberkammer der Hofburg Wien, im Museum für Europäische Kultur Berlin, ja selbst in China.

Große Scherenschnitt-Zyklen. Presich-Petuelli gestaltet Plattencover, Buchumschläge, zahllose Abdrucke in Kunstzeitschriften, Anthologien, Plakaten und Werbebroschüren, schafft an die 1.000 Scherenschnitte in schwarz-weiß sowie in vielfach variierten farbigen Schnitt-Techniken. Sie ist auch eine anerkannte Pianistin. Ihre konzertante Tätigkeit umfasst die großen Liederzyklen von Schubert, Schumann und anderen Komponisten. Sie baut die „Gesellschaft der Lyrikfreunde“ auf. Besondere Beachtung finden die Scherenschnittzyklen zu den Oratorien „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“, für die sie die selten vergebene Haydn-Medaille erhält, wie auch die über 70 Illustrationen in dem Sammelwerk „Burgenland im Bild der Sage“, wofür ihr der Kulturpreis des Landes Burgenland verliehen wird.

Alle Möglichkeiten ausloten. Im Verlauf ihrer künstlerischen Entwicklung nehmen Gestaltungen mit farbigem Papier immer mehr Raum ein, die oft zu aquarellistischen Effekten und perspektivisch-bildhafter dreidimensionaler Wirkung führen. Zyklen nach Hermann Hesse, Rilke, Morgenstern, Christine Lavant, deren diffizile Lyrik eine immer anders geartete Scherenschnitt-Technik verlangt, entstehen ebenso wie musikalisch ausgerichtete nach Haydn, Liszt und Gluck. 24 Abstraktionen zu Schuberts Liederzyklus „Winterreise“ loten vom puristisch-traditionellen Schwarz-Weiß bis zur buntfarbigen Collage, von naturalistischen Formen bis zu abstrakter Verfremdung alle denkbaren Möglichkeiten aus.

Liane Presich-Petuelli, Blickpunkte im Scherenschnitt, Galerie Haus der Begegnung Eisenstadt, 13. 1. bis 15. 3. 2015