Diözese Eisenstadt - Menü
Aktuell - Menü
Bischof - Menü
Über uns - Menü
Pfarren - Menü
Kirchenbeitrag - Menü
Frauen, Männer, Familie - Menü
Junge Kirche - Menü
Bildung - Menü
Für die Seele - Menü
Info, Hilfe - Menü
Diözese Eisenstadt - Seitentitel
DeckeEntwurf3

Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 26. Juni 2015

Dann kamen die Busse…

Burgenländische Euthanasie-Opfer im Österreichisch-Jüdischen Museum Eisenstadt
Im Zuge der Arbeiten an der Datenbank der Opfer des Nationalsozialismus im Burgenland stellte sich heraus, dass es auch viele Opfer der NS-Euthanasie gab. Daraus entstand die Idee, diesen Opfern ein Gedenken im Rahmen einer Ausstellung zu widmen. In österreichischen und deutschen Archiven ist man auf über 350 dokumentierte burgenländische Opfer der NS-Euthanasie gestoßen.

Die Galerie der „KulturFormenHartheim“ stellt regelmäßig Bilder beeinträchtigter Menschen aus. Alexander Dvorak, Die Zeit.  (C. Dobrowsky)

Die Ausstellung „NS-Euthanasie im Burgenland“ versucht, die Opfer aus der Anonymität einer abstrakten Zahl herauszuheben. Der Wahnsinn „NS-Euthanasie“ betraf nicht nur anonyme Opfer irgendwo im Deutschen Reich an einem fernen Ort, sondern geschah direkt neben unserer Haustür, in unseren Gemeinden, an Menschen, die unseren Eltern und Großeltern persönlich bekannt waren. Unter den NS-Euthanasieopfern, die im Schloss Hartheim ermordet wurden, waren etwa 800 Juden, darunter 19 aus dem Burgenland.

Das Mordschloss. Das ehemalige Pflegeheim Schloss Hartheim wird zu einer Mordanstalt des Dritten Reichs für sogenanntes „unwertes Leben“. Der Tötungswahn der Euthanasiefanatiker in Hartheim ging so weit, dass mit Mauthausen ein Konkurrenzkampf in Sachen Massenmord geführt wurde. Zwischen 1940 und 1944 wurden rund 30.000 Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung sowie psychisch kranke Menschen im Schloss Hartheim ermordet.

„Unwertes Leben“. Zu Todesursache, Todestag und Todesort wurden gezielt falsche Angaben gemacht, um die Angehörigen auf eine falsche Spur zu führen und Nachforschungen zu erschweren. Als Todesursache gab man dabei gerne „Lungentuberkulose“ an, da es sich um eine ansteckende Krankheit handelte, die bedingte, den Leichnam sofort zu verbrennen. Die Ermordung behinderter Menschen als „unwertes Leben“ im Nationalsozialismus zählt zu den dunkelsten Kapiteln dieses Terrorregimes. Die Ausstellung rekonstruiert das Grauen im Mordschloss anhand persönlicher Schicksale von Opfern, Tätern, Augenzeugen und Widerstandskämpfern.

Ausstellung von Bildern beeinträchtigter Menschen. Heute befinden sich im Schloss Hartheim eine Gedenkstätte und ein sogenannter „Lernort“. Die Ausstellung in Eisenstadt wird mit 78 Bildern von Menschen mit besonderen Bedürfnissen ergänzt, die in Kooperation mit dem Kultur Forum Hartheim gezeigt werden. Die Galerie der „KulturFormenHartheim“ gestaltet in regelmäßigen Zyklen Ausstellungen von Arbeiten beeinträchtigter Menschen.

„Und dann kamen die grauen Busse …“, Schwerpunktausstellung über die NS-Euthanasieanstalt Schloss Hartheim, Österr.-Jüdisches Museum Eisenstadt, Unterbergstr. 6, 21. Juni bis 25. Oktober 2015, Di-So 10-17 Uhr, Eintritt: 3,- (Museum 5,-)