Diözese Eisenstadt - Menü
Aktuell - Menü
Bischof - Menü
Über uns - Menü
Pfarren - Menü
Kirchenbeitrag - Menü
Frauen, Männer, Familie - Menü
Junge Kirche - Menü
Bildung - Menü
Für die Seele - Menü
Info, Hilfe - Menü
Diözese Eisenstadt - Seitentitel
DeckeEntwurf3

Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Donnerstag, 16. April 2015

Im Verborgenen

Roma und Sinti in Österreich im Wien Museum
Die vor zwei Jahren verstorbene Lovara-Romni Ceija Stojka veröffentlichte 1988 ihr Buch mit dem Titel „Wir leben im Verborgenen“. Sie schildert darin ihre Kindheit in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Bergen-Belsen. Von ihrer Großfamilie, die etwa 200 Personen umfasste, überlebten nur sechs Angehörige. Eine Ausstellung im Wien Museum gibt Einblicke in die Lebenssituation von Roma und Sinti in Österreich. Phasen der Zwangsassimilierung wechselten mit solchen der Ausgrenzung. Beleuchtet werden auch die seit dem 18. Jahrhundert bestehenden Siedlungen im Burgenland.

Ceija Stojka verarbeitet in ihren Bildern ihre Kindheitserinnerungen: die Verhaftung einer Roma-Wohnwagen-Siedlung durch die SS. STOJKA DR

Geschätzte 90 Prozent der österreichischen Roma wurden in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten ermordet. Die wenigen Überlebenden standen nach 1945 vor dem Nichts und wurden systematisch benachteiligt. Etliche zogen nach Wien, auch in der Hoffnung, nicht als Roma erkannt zu werden. Der überwiegende Teil der heute in Österreich lebenden Roma und Sinti kam im Zuge von Arbeitsmigration aus Ost- und Südosteuropa, aus Serbien, Bosnien und dem Kosovo, später auch aus Rumänien, Bulgarien und der Slowakei.

Stereotypen und Feindbilder. Jahrhundertelang waren Roma und Sinti Thema von Darstellungen, die ausschließlich von Nicht-Roma erzeugt wurden. Es gibt kaum historische Selbstzeugnisse. Meist sind es Abbilder und Interpretationen von als anders wahrgenommenen Fremden. Auf diese Weise wurden über Jahrhunderte Stereotypen und Feindbilder festgeschrieben, die letztlich der Legitimation von Ausgrenzung und rassistischer Verfolgung dienten und dienen. Romane Thana zeigt Orte und Plätze, an denen Roma und Sinti gelebt haben.

40.000 bis 80.000 Roma und Sinti. Heute sind die meisten im Wiener Raum und im Burgenland angesiedelt. Jedoch leben viele im Verborgenen. Dadurch schwanken die Zahlen der in Österreich lebenden Roma und Sinti zwischen 40.000 und 80.000, sagt Andrea Härle, Geschäftsführerin des Roma-Vereins Romano Centro. Bilder von bestehenden Siedlungen der Burgenland-Roma geben Einblicke in ihre Lebenssituation. Zu sehen sind Videointerviews, private Fotoalben, Kupferstiche und gemalte Bilder von Angehörigen der Volksgruppe. Auch das Attentat von Oberwart wird in der Ausstellung beleuchtet. Sie wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein Romano Centro, der Initiative Minderheiten und dem Landesmuseum Burgenland gestaltet.

Romane Thana. Orte der Roma und Sinti, Wien Museum, Karlsplatz, 12.2.-17.5.2015, Di-So 10-18 Uhr (1.Mai geschlossen)