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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Montag, 28. April 2014

Ich suche nicht, ich finde

Objekte, Collagen und Assemblagen von Puppe Denk, Martin Rasp und Gotthard Muhr

Der Philosoph Ernst Bloch (1885-1977) schreibt in seinem Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“, dass das Sehnen der „einzige bei allen Menschen ehrliche Zustand“ sei. Bei Künstlern ist dieses Sehnen eine Triebfeder ihres Schaffens und führt sie zu neuen Interpretationen und Deutungen. „Ich suche nicht, ich fi nde“, meinte der 2012 verstorbene Objektkünstler Martin Rasp. In seinen Assemblagen und Objekten erhalten die von ihm verwendeten Überbleibsel des Alltags neue Bedeutungen und werden zu Symbolen des Lebens.


Martin Rasp, Objekt, Collage KATALOG

Dem Nutzlosen und dem Verfall Preisgegebenen, dem aus dem ökonomischen Prozess Ausgeschiedenen widmet Martin Rasp seine Aufmerksamkeit, um damit Hinweise auf zeitlos gültige Tatsachen zu geben. „Ästhetik des Zufalls“ nennt das Wolfgang Richter. Wie Künstler scheinbar nutzloses Material umdeuten können, zeigt eine Ausstellung mit Arbeiten von Puppe Denk, Gotthard Muhr und Martin Rasp in der Burgenländischen Landesgalerie. Es geht in einer Art spielerischen Vorgang um das Sichtbarmachen des hinter den Dingen Liegenden.

Hieroglyphen. Gotthard Muhr montiert und arrangiert angeschwemmtes Treibholz zu poetischen und phantasievollen Objekten. Für ihn sind seine Stelen mit Vogelköpfen und Miniaturen Hieroglyphen, die er uns zum Entziffern gibt. Der international geschätzte Bildhauer und Gra ker wird 1939 im oberösterreichischen Schwanenstadt geboren, studiert in Wien, bevor er sich in den 1960er-Jahren in Großhöflein niederlässt. Muhr ist 24 Jahre lang bis 2000 Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien und zwischen 1983 und 1993 im Vorstand der Wiener Secession. 1966 wird er mit dem Österreichischen Staatspreis für Grafik ausgezeichnet, 1975 nimmt er an der Biennale von São Paulo teil. 2013 stirbt Gotthard Muhr.

Erdig und archaisch sind die Arbeiten der gebürtigen Wienerin Puppe Denk. Sie verbringt 12 Jahre in Ostafrika/Kenia, ehe sie sich 1993 in Steinbrunn ansiedelt. Die ausgebildete Malerin, Bildhauerin und Fotografin formt ihre Gedanken aus Altstoffen, Baumstümpfen und Alteisen. Sie zerknüllt feuchtes Papier, koloriert es mit erdigen Farbtönen und fordert uns so auf, sie zu lesen und ihre Symbolik zu entschlüsseln. Puppe Denk hat auch für Ephraim Kishon illustriert.
Ad fontes, Puppe Denk, Martin Rasp,
Gotthard Muhr, Burgenländische Landesgalerie,
19. März bis 15. Juni 2014, Di-Sa
9-17, So/Ftg 10-17 Uhr, Eintritt frei