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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Freitag, 31. Januar 2014

Das Blaue vom Himmel

Florian Lang wagt sich an Orgelempore seiner Heimatkirche Stinatz

Die Architektur ist schon am Beginn seines künstlerischen Tuns Thema, weil ihm die Malerei als alleiniges Ausdrucksmittel nicht genügt. Der Installation seiner Diplomarbeit gibt Florian Lang den Titel „Das Blaue vom Himmel“. Geht es ihm damals noch um Ausflüge in Miniatur-Räume, schafft er später mit seinen beschnittenen, hintereinander geschichteten Fotografien dreidimensionale „Bühnen“ und ist damit künstlerisch einen Schritt weiter, in der dritten Dimension. Mit der Ausmalung der Orgelempore der Pfarrkirche von Stinatz scheint er endgültig dort angekommen zu sein, wohin er immer schon wollte – im Raum.

Menschen treiben zur göttlichen Lichtquelle, Florian Lang bei seiner Arbeit. (c) Lang

Obwohl oder gerade weil Florian Lang bei Daniel Richter Malerei studierte, tauscht er immer öfter Pinsel und Leinwand gegen Skalpell und Fotografie ein. Statt Farbe aufzutragen, beschneidet er das bestehende Material, um daraus Informationen zu entnehmen. Nach einem viermonatigen Türkeiaufenthalt, bei dem hunderte kleinformatige Collagen entstehen, entschließt sich Florian Lang, diese ohne Begrenzung direkt auf einer Wand zu arrangieren und schafft damit eine Einheit von Collage und Raum.

Maskeraden. Dabei steht zu Beginn seines Studiums noch ein ganz anderes Thema im Zentrum seiner Arbeiten: die Maskerade. Ob ausgeblitzt, hinter einer Maske versteckt oder in der Masse verschwindend, die Gesichter seiner Personen werden verdeckt. In weiterer Folge beschäftigt sich Lang mit Inszenierungen und Selbstinszenierungen von Menschen und deren Umwelt. In fotorealistischen Werken wirft er medienkritische Themen auf, wie z.B. die Selbstdarstellung von Usern im Internet. Er schafft Landschaften und Situationen, die mit der Perspektive brechen und mit wechselnder Distanz zu zerbröseln beginnen. Erst die Irritation macht das Trugbild der Wirklichkeiten bewusst.

Göttliche Lichtquelle. Nachdem Lang vor einem Jahr das Altarbild für die Kirche seiner Heimatgemeinde Stinatz schuf, hat er sich Ende des vergangenen Jahres an die Ausgestaltung der Orgelempore herangewagt. Dabei lässt er Menschen um eine Lichtquelle schwimmen und treiben. Manche der Dargestellten streben nach dieser Quelle, andere triften davon weg. Die strahlende, kreisförmige Lichtquelle bildet das Zentrum und steht für Gott. Das Wasser ist für Lang Metapher für die ständige Flut, der der Mensch in der Konsumgesellschaft ausgesetzt ist.

Graf- und Richter-Schüler. Lang wird 1978 in Güssing geboren, 1997 Architektur-Studium in Wien, 1999 Bildnerische Erziehung an der Akademie der bildenden Künste bei Franz Graf und Edelbert Köb, 2001 Auslandssemester in Glasgow, 2002 außeruniversitärer Aufenthalt in London, 2005 Studienabschluss, 2006 Unterrichtsjahr an der AHS Hagenmüllergasse und Studium Bildende Kunst bei Daniel Richter, 2007 Beginn der Selbständigkeit als freischaffender Künstler, 2010 viermonatiger Auslandsaufenthalt in Istanbul, 2010 Diplom.