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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Dienstag, 2. Dezember 2014

4seasons#1 – Roseneder – Zeichnungen/Bildstein – Fotos im ehemaligen Eisenstädter Gasthaus Eder

Der Maler Andreas Roseneder und der Fotograf Gerhard Bildstein haben einander im Zuge einer geplante Ausstellung anlässlich des 90-Jahr-Jubiläums der Landeshauptstadt Eisenstadt im kommenden Jahr kennengelernt. Eine Begegnung, deren Resultat nun über einen künstlerischen Vergleich von Fotos, Bildern und Objekten während der Adventwochen in Eisenstadt zu sehen ist. 

Andreas Roseneder (li) und Gerhard Bildstein laden an den vier Adventsamstagen zu einer künstlerischen Begegnung ein. BILDSTEIN

Gerhard Bildstein, 1951 in Wien geboren und in Eisenstadt wohnhaft, fotografiert seit den 70er-Jahren und ist fasziniert von der Spontanität der Street-Fotografie und dem menschlichen Gesichtsausdruck wie auch von der Landschaft. Seine Hauptthemen sind scheinbar unauffällige, selbstverständliche und übersehene Details, wobei er die Schwarz-Weiß-Fotografie bevorzugt. Andreas Roseneder bezieht Position zum menschlichen Porträt und zur menschlichen Bewegung im Raum wie auch in der Landschaft in verschiedenen zeichnerischen, malerischen und skulpturalen Techniken. Eine der zentralen gemeinsam erarbeiteten Arbeiten ist die Präsentation von Abbildern der sogenannten „Maskarone“, der barocken Fratzengesichter an den Fassaden des Innenhofes von Schloss Esterházy in Eisenstadt.

Lehmden-Schüler Roseneder. Andreas Roseneder wird 1960 in Hainburg geboren. 1981 erfolgt ein längerer Aufenthalt im Nahen Osten (Türkei, Syrien, Jordanien), anschließend das Studium bei Anton Lehmden an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, das er 1986 mit dem Diplom zum Magister artium abschließt. Von 1982 bis 1990 arbeitet Roseneder in verschiedenen Ateliers in Augsburg, Berlin, München, Wulkaprodersdorf und Prag, von 1997 bis 2005 im Atelier „Der Turm“ am Flugplatz Trausdorf, seit 2005 in Au am Leithagebirge. Ausstellungen im Inland sowie in Augsburg, München, Würzburg, Arnsberg, Ludwigshafen, Szombathély, Murska Sobota, Bozen, Rom und Paris sowie Arbeitsaufenthalte in New York, Zakynthos, Amsterdam, auf Sardinien und den Bermuda Islands folgen. Roseneder ist Mitglied des Kunstvereins München und des Berufsverbandes bildender Künstler in Bayern.

rosenederzeichnet – bildsteinfotografiert. An den vier Advent-Samstagen werden Andreas Roseneder und Gerhard Bildstein im Glashaus des ehemaligen Gasthauses Eder in der Eisenstädter Fußgängerzone ab 10 Uhr ein offenes Atelier aufschlagen. Am 29. November hat das Publikum die Möglichkeit, bei der Entstehung von Bewegungs- und Porträtbildern in Kohlezeichnung und Fototechnik dabei zu sein. Am 6. und 13. Dezember sind Live-acts in Interaktion mit der Geschäftswelt der Eisenstädter Fußgängerzone geplant. Am 20. Dezember bietet die Band „Amerling“ ein musikalisch-gesangliches Highlight zur Finissage von 4seasons #1.

Montag, 3. November 2014

Wenn Häuser sprechen

Alle zwei Jahre zeigt die Landesfotoschau eine Auswahl burgenländischer Fotografen

Was können Fotografen einem Gebäude entlocken? Welche Sprache sprechen Häuser? Der Schwerpunkt der diesjährigen Landesfotoschau liegt auf dem Thema „Baukultur“. Spannend ist dabei, wie unterschiedlich die Zugänge der einzelnen Fotografinnen und Fotografen zu den von ihnen ausgewählten Objekten sind. Was scheint dem einen wichtig, was ist für den anderen bedeutend? 

Gabriele Möderl, Dubai, Fotoclub Deutschkreutz

Was soll ein Motiv zum Ausdruck bringen? Welche Ausschnitte werden gewählt und warum? Was macht eine Fotografie außer dem Abgebildeten sichtbar? Wann wird ein Bild zum Kunstwerk? Welcher Bildlegende bedarf es? Welchen Anspruch erhebt es? Natürlich ist nicht jedes Foto Kunst. Die Fotografie spielt zunächst als Informationsspeicher und Kommunikationsmedium eine Rolle. Die Art, mit Licht und Oberflächen umzugehen, die Verfremdung, die Geschichte, die erzählt wird, sind Faktoren, die ein Bild an den künstlerischen Anspruch heranführen.

Poetische Bilder. Gute Fotografie ruft etwas im poetischen Bereich hervor, lädt ein, sich auf das einzulassen, wohin der Blick führen will, welche Perspektive man einnehmen soll. Christa Szüsz zeigt uns den Pavillon von Mies van der Rohe in Barcelona und den Reichstag in Berlin. Engelbert Rosenberger entführt uns nach Lissabon und Lüttich. Mit Renate Frank-Karner besteigen wir einen Dreitausender, und Jürgen Frank beeindruckt mit seinem Gecko. Erich Hamp nimmt uns mit in die Sächsische Schweiz. Und mit seiner Schau „Leute“ zeigt uns Peter Zeitler Menschen in verschiedenen Ländern.

Breite thematische Palette. Die Burgenländische Landesfotoschau geht auf eine Initiative des Fotografen Walter Benigni im Jahr 1985 zurück. Seither findet sie im Zweijahresrhythmus statt. Gezeigt wird eine Auswahl aktueller Fotoarbeiten burgenländischer Fotografinnen und Fotografen, wobei die Palette von Naturaufnahmen über Porträts, Architektur, Aktbilder und Stimmungsdarstellungen bis hin zu experimentellen fotografisch- künstlerischen Arbeiten reicht. Vertreten sind die Fotoclubs Eisenstadt, Neusiedl/See, Mattersburg, Forchtenstein, Deutschkreutz, Siegendorf, Oberpullendorf, Bad Sauerbrunn, Wulkaprodersdorf, Neufeld/ Leitha sowie der Fotostammtisch „Offene Blende“.

Burgenländische Landesfotoschau
2014, Landesgalerie Burgenland | Projektraum,
Esterházyplatz 5, Eisenstadt,
10. Oktober bis 16. November 2014, Di-Sa
9-17, So/Ftg 10-17 Uhr, Eintritt frei

Mittwoch, 25. Juni 2014

Neues Gesicht einer Stadt - Architektur der Freistadt Eisenstadt ab 1850

Gestaltete sich der Wiederaufbau in Eisenstadt während der sowjetischen Besatzungszeit bis 1955 noch zögerlich, setzte in den 1960er-Jahre – wie in ganz Österreich – eine Zeit der baulichen Hochkonjunktur ein. Es gab zahlreiche Investitionen, die für eine Landeshauptstadt notwendig waren. Zahlreiche Schulen, viele zentrale Gebäude und die Erweiterung im Wohnbaubereich wurden in Angriff genommen. Auch auf kirchlichem Gebiet tat sich einiges: der Ausbau des Bischofshofes und des Dompfarrund Kanonikergebäudes, die Errichtung des Provinzhauses der Erlöserschwestern und die Erweiterung des Theresianums sowie der Neubau der Pädagogischen Akademie im Wolfgarten.

Das 2002 bis 2003 von Riepl & Riepl errichtete Fachhochschulzentrum Eisenstadt erhielt 2004 den Architekturpreis Burgenland. © PRINKE

Interessant sind auch geplante Projekte, die nicht verwirklicht wurden. So sollte 1932 anlässlich des 200. Geburtstages von Joseph Haydn gegenüber dem Landhaus ein weitläufiges Kulturzentrum mit einem Festspielhaus für 4.000 Besucher, einem Landestheater, einer Musikschule und einem Terrassenrestaurant mit Blick über die Wulkaebene, flankiert von zwei Hotels mit je 60 Zimmern, erbaut werden. Zwischen Landhaus und Festspielhaus sollte ein „burgenländischer Nationalpark“ entstehen. Der Bildhauer Gustinus Ambrosi und Landeshauptmann-Stellvertreter Ludwig Leser betrieben dieses Vorhaben.

Heimische Architekten. In den 1960er-Jahren wird das Bauen im Sinne der zweiten Moderne weitergeführt. Robert Kramreiter erweitert das Theresianum, Georg Lippert errichtet das Provinzhaus, Gustav Peichl das ORF-Gebäude mit einer bei der High-Tech-Architektur angesiedelten technoiden Ästhetik. Josef Patzelt plant die Pädagogische Akademie. Auch heimische Architekten treten auf die Bühne: Matthias Szauer mit der Ärztekammer, dem Bundesschul- und Sportzentrum, dem Landesschulrat und dem Haus St. Martin, Friedrich Mostböck mit dem Pensionistenhaus Schlosspark, mit Reihenhausanlagen sowie dem Pfarrzentrum und Kindergarten Oberberg.

Ins Heute. In die Gegenwart führt die Architektur von Eduard Betik mit dem Haus der Wirtschaft, dem Technologiezentrum in strengem Funktionalismus von Sepp Müller und Johann Schandl, dem Erweiterungsbau des Rathauses von Fellerer/Vendl, Pichler&Trautmanns Kultur- und Kongresszentrum- Neubau und der Sanierung des Jüdischen Museums, des Restaurants Henrici samt Café Maskeron und der Selektion Vinothek Esterházy des Holzbauer-Schülers Jürgen Bauer.
Helmut Prinke, Architektur der Freistadt Eisenstadt von 1850-2012,
Landesmuseum Eisenstadt, € 26,-

Montag, 28. April 2014

Ich suche nicht, ich finde

Objekte, Collagen und Assemblagen von Puppe Denk, Martin Rasp und Gotthard Muhr

Der Philosoph Ernst Bloch (1885-1977) schreibt in seinem Hauptwerk „Das Prinzip Hoffnung“, dass das Sehnen der „einzige bei allen Menschen ehrliche Zustand“ sei. Bei Künstlern ist dieses Sehnen eine Triebfeder ihres Schaffens und führt sie zu neuen Interpretationen und Deutungen. „Ich suche nicht, ich fi nde“, meinte der 2012 verstorbene Objektkünstler Martin Rasp. In seinen Assemblagen und Objekten erhalten die von ihm verwendeten Überbleibsel des Alltags neue Bedeutungen und werden zu Symbolen des Lebens.


Martin Rasp, Objekt, Collage KATALOG

Dem Nutzlosen und dem Verfall Preisgegebenen, dem aus dem ökonomischen Prozess Ausgeschiedenen widmet Martin Rasp seine Aufmerksamkeit, um damit Hinweise auf zeitlos gültige Tatsachen zu geben. „Ästhetik des Zufalls“ nennt das Wolfgang Richter. Wie Künstler scheinbar nutzloses Material umdeuten können, zeigt eine Ausstellung mit Arbeiten von Puppe Denk, Gotthard Muhr und Martin Rasp in der Burgenländischen Landesgalerie. Es geht in einer Art spielerischen Vorgang um das Sichtbarmachen des hinter den Dingen Liegenden.

Hieroglyphen. Gotthard Muhr montiert und arrangiert angeschwemmtes Treibholz zu poetischen und phantasievollen Objekten. Für ihn sind seine Stelen mit Vogelköpfen und Miniaturen Hieroglyphen, die er uns zum Entziffern gibt. Der international geschätzte Bildhauer und Gra ker wird 1939 im oberösterreichischen Schwanenstadt geboren, studiert in Wien, bevor er sich in den 1960er-Jahren in Großhöflein niederlässt. Muhr ist 24 Jahre lang bis 2000 Professor an der Akademie der bildenden Künste in Wien und zwischen 1983 und 1993 im Vorstand der Wiener Secession. 1966 wird er mit dem Österreichischen Staatspreis für Grafik ausgezeichnet, 1975 nimmt er an der Biennale von São Paulo teil. 2013 stirbt Gotthard Muhr.

Erdig und archaisch sind die Arbeiten der gebürtigen Wienerin Puppe Denk. Sie verbringt 12 Jahre in Ostafrika/Kenia, ehe sie sich 1993 in Steinbrunn ansiedelt. Die ausgebildete Malerin, Bildhauerin und Fotografin formt ihre Gedanken aus Altstoffen, Baumstümpfen und Alteisen. Sie zerknüllt feuchtes Papier, koloriert es mit erdigen Farbtönen und fordert uns so auf, sie zu lesen und ihre Symbolik zu entschlüsseln. Puppe Denk hat auch für Ephraim Kishon illustriert.
Ad fontes, Puppe Denk, Martin Rasp,
Gotthard Muhr, Burgenländische Landesgalerie,
19. März bis 15. Juni 2014, Di-Sa
9-17, So/Ftg 10-17 Uhr, Eintritt frei

Freitag, 28. Februar 2014

Ungestüme Farbenglut

Christine Elefant-Kedl und Talos Kedl im Kulturzentrum Oberschützen

Christine Elefant-Kedl zeigt Landschaftsaquarelle und Dschungel-Zeichnungen, ihr Sohn Talos Kedl präsentiert machtvolle und zugleich sensible Kupferplastiken. Talos Kedls Arbeiten verbinden klare Kargheit mit verklausulierter Leichtigkeit. Mit einer geradezu ungezügelten Expansion und einer erfrischenden und beeindruckenden Dynamik bemächtigt sich Christine Elefant- Kedl ihrer Motive, die sie in einem großen, konzentrierten Akt in Farbe umsetzt. In der aus dem Bildinneren hervorbrechenden Unmittelbarkeit liegt eine zarte, in sich ruhende Stille. Sie selbst bekennt sich dazu, „Heiterkeit und vitales Leben zu malen“.

In Christine Elefant- Kedls Arbeiten liegt eine aus dem Bildinneren hervorbrechende Stille. (Katalog)

Christine Elefant-Kedl studiert bei Prof. Leinfellner an der Akademie für Angewandte Kunst Keramik und begegnet im Alter von 17 Jahren ihrem späteren Mann, dem Bildhauer und Wotruba-Schüler Rudolf Kedl. Studienreisen führen die beiden quer durch Europa, nach Vorderasien, Afrika und in die USA. 1968 beginnen sie, das alte Kastell in Markt Neuhodis zu revitalisieren und zu einem Kulturzentrum mit Skulpturenpark auszubauen. Rudolf Kedl und Christine Elefant-Kedl sind Neumarkter Künstler der ersten Stunde. Seit dem plötzlichen Tod ihres Gatten verwaltet Christine Elefant-Kedl das Erbe des bedeutenden Bildhauers.

Hintergründiger Gehalt. Talos Kedls Formenvokabular spiegelt das Suchen und Finden des Unvorhersehbaren wider. Seine Skulpturen stellen sich der fließenden Zeit entgegen und symbolisieren eine innere Balance. 1967 in Wien geboren, erlernt er von 1981 bis 1991 die künstlerischen Techniken der Metall- und Steinbearbeitung, ehe er Betriebswirtschaftslehre studiert. Seine Plastiken sind von einem hintergründigen, verklausulierten Gehalt. Durch das vordergründig unfertig erscheinende Motiv wird bei näherer Betrachtung der Figuren eine neue Ebene eröffnet. Die geschaffenen Werkstücke erhalten eine zeitliche Dimension. Kedl weist in seiner Plastik über den gegebenen Status quo der Skulptur hinaus und zeigt mögliche Alteritäten.

Freude und Leichtigkeit. Christine Elefant- Kedls Vorfahren stammen aus vielen Teilen der Donaumonarchie, aber auch aus Frankreich, ja sogar aus der fernen Mongolei. Das weitet den Blick, der kreative Kompositionen mit spontaner Rhythmik und intensiver Farbenkraft entstehen lässt und dem Betrachter Ruhe, Kraft und Geborgengeit vermittelt. Die fließenden Bewegungen, das Dahingleiten und Schweben vermitteln eine außergewöhnliche Ausdruckskraft der Freude und Leichtigkeit. Ein perfekter Balanceakt zwischen Dynamik und Harmonie.

Kedl&Kedl, Kupfer und Leinwand, Kulturzentrum
Oberschützen, bis 14.3.2014, Mo-Do
8-15.30, Fr 8-12.30 und bei Veranstaltungen

Montag, 10. Februar 2014

Innerer Fokus

Die ungarische Kunstschaffende Virág Dóczi hat eine Galerie in Oberwart eröffnet.
Zeitgenössischen Künstlern aus Österreich, Ungarn, Kroatien, Rumänien und der Slowakei möchte die 1973 geborene Virág Dóczi in ihrer neu eröffneten Galerie in Oberwart eine Plattform bieten. 2011 hat sie ihr Diplom für Malerei an der Westungarischen Universität in Szombathely erworben. Bildhauerei und Malerei hat sie an der Meisterschule für Kunst und Gestaltung in Graz studiert und 2012 die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg besucht.

Sára Osgyányi, Hauptplatz, Öl (Archiv)

Private Galerien sind rar in unserem Land, aber die wenigen, die es gibt, sind um ein hohes künstlerisches Niveau bemüht. Die geringen finanziellen Ressourcen, die dünne Käuferschicht – denn schließlich müssen Kunsthandel Betreibende ja auch leben können – und die große Konkurrenz der nahen Städte Wien und Graz mit ihrem großen Ausstellungsangebot machen es Galeristen hierzulande nicht leicht, zu existieren. Umso löblicher ist es, dass es nun mit der D-Art- Gallery in Oberwart eine Belebung des burgenländischen Ausstellungsgeschehens gibt.

Internationale Aufmerksamkeit. In der aktuellen Ausstellung hat Frau Dóczi junge ungarische Kolleginnen und Kollegen versammelt. Die zeitgenössische ungarische bildende Kunstszene entwickelt sich dynamisch, mit Recht erhebt sie Anspruch auf eine starke internationale Aufmerksamkeit und immer mehr internationales Auftreten und Kooperation. Die dargestellten Motive geben Einblick in ungarische Lebenswelten: den Alltag, die Feste, die Entwicklung der Städte und die Sehnsucht nach der Natur. Sowohl universal wie individuell experimentieren die Künstler mit den kognitiven Prozessen des Erinnerns, Erkennens oder Assoziierens auch des hiesigen Betrachters und vermitteln ihm durch das angenehme Gefühl des Wiedererkennens beinahe unbemerkt ihre eigenen Heimatbilder.

Aufstrebende junge Künstler. In der Ausstellung vertreten ist der 1985 in Boston in den Vereinigten Staaten geborene und in Budapest lebende Ranvig Keeler Asheesh. Er hat von 2006 bis 2012 an der „Magyar K.pz.müv.szeti Egyetem“, der Ungarischen Akademie der Bildenden Künste in Budapest, der bedeutendsten Kunsthochschule Ungarns, bei András Halász studiert. Ebenfalls Schülerin von Prof. Halász und Absolventin der Akademie der Bildenden Künste ist die 1982 in Budapest geborene Róza O. Ranvig. Auch sie lebt und arbeitet in der ungarischen Hauptstadt. Arbeiten werden auch von Sára Osgyányi, geboren 1980 und ebenfalls Absolventin der Budapester Akademie sowie von Zsóka Kovács gezeigt.

Innerer Fokus, D-Art Gallery, Oberwart, Steinamangerer
Straße 18; bis 23. Feber 2014, Di-Do,
10-12 und 15-18, Fr/Sa 10-13 Uhr, Eintritt frei

Freitag, 31. Januar 2014

Das Blaue vom Himmel

Florian Lang wagt sich an Orgelempore seiner Heimatkirche Stinatz

Die Architektur ist schon am Beginn seines künstlerischen Tuns Thema, weil ihm die Malerei als alleiniges Ausdrucksmittel nicht genügt. Der Installation seiner Diplomarbeit gibt Florian Lang den Titel „Das Blaue vom Himmel“. Geht es ihm damals noch um Ausflüge in Miniatur-Räume, schafft er später mit seinen beschnittenen, hintereinander geschichteten Fotografien dreidimensionale „Bühnen“ und ist damit künstlerisch einen Schritt weiter, in der dritten Dimension. Mit der Ausmalung der Orgelempore der Pfarrkirche von Stinatz scheint er endgültig dort angekommen zu sein, wohin er immer schon wollte – im Raum.

Menschen treiben zur göttlichen Lichtquelle, Florian Lang bei seiner Arbeit. (c) Lang

Obwohl oder gerade weil Florian Lang bei Daniel Richter Malerei studierte, tauscht er immer öfter Pinsel und Leinwand gegen Skalpell und Fotografie ein. Statt Farbe aufzutragen, beschneidet er das bestehende Material, um daraus Informationen zu entnehmen. Nach einem viermonatigen Türkeiaufenthalt, bei dem hunderte kleinformatige Collagen entstehen, entschließt sich Florian Lang, diese ohne Begrenzung direkt auf einer Wand zu arrangieren und schafft damit eine Einheit von Collage und Raum.

Maskeraden. Dabei steht zu Beginn seines Studiums noch ein ganz anderes Thema im Zentrum seiner Arbeiten: die Maskerade. Ob ausgeblitzt, hinter einer Maske versteckt oder in der Masse verschwindend, die Gesichter seiner Personen werden verdeckt. In weiterer Folge beschäftigt sich Lang mit Inszenierungen und Selbstinszenierungen von Menschen und deren Umwelt. In fotorealistischen Werken wirft er medienkritische Themen auf, wie z.B. die Selbstdarstellung von Usern im Internet. Er schafft Landschaften und Situationen, die mit der Perspektive brechen und mit wechselnder Distanz zu zerbröseln beginnen. Erst die Irritation macht das Trugbild der Wirklichkeiten bewusst.

Göttliche Lichtquelle. Nachdem Lang vor einem Jahr das Altarbild für die Kirche seiner Heimatgemeinde Stinatz schuf, hat er sich Ende des vergangenen Jahres an die Ausgestaltung der Orgelempore herangewagt. Dabei lässt er Menschen um eine Lichtquelle schwimmen und treiben. Manche der Dargestellten streben nach dieser Quelle, andere triften davon weg. Die strahlende, kreisförmige Lichtquelle bildet das Zentrum und steht für Gott. Das Wasser ist für Lang Metapher für die ständige Flut, der der Mensch in der Konsumgesellschaft ausgesetzt ist.

Graf- und Richter-Schüler. Lang wird 1978 in Güssing geboren, 1997 Architektur-Studium in Wien, 1999 Bildnerische Erziehung an der Akademie der bildenden Künste bei Franz Graf und Edelbert Köb, 2001 Auslandssemester in Glasgow, 2002 außeruniversitärer Aufenthalt in London, 2005 Studienabschluss, 2006 Unterrichtsjahr an der AHS Hagenmüllergasse und Studium Bildende Kunst bei Daniel Richter, 2007 Beginn der Selbständigkeit als freischaffender Künstler, 2010 viermonatiger Auslandsaufenthalt in Istanbul, 2010 Diplom.