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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Sonntag, 14. Juli 2013

Musikgiganten


Fürst Anton Esterhazy nannte Beethoven einen Mohren, als er ihm von Haydn vorgestellt wurde. Und tatsächlich: Beethovens Äußeres glich nicht gerade einem Schönling, wie zeitgenössische Berichte zeigen: Seine Vorderzähne standen infolge der eigentümlichen Flachheit seines Gaumens vor und drängten dadurch die Lippen nach außen. Seine Nase war breit und platt, die Stirn merkwürdig voll und rund – nach den Worten des Hofsekretärs Mähler, der zweimal sein Porträt malte, „wie eine Kugel“.



Beethoven trifft Haydn zum ersten Mal in Bonn im Jahr 1790, als Haydn auf dem Weg nach England ist. Nach seiner Rückkehr 1792 nimmt Beethoven in Wien bei ihm Unterricht. Beethoven war zunächst von Haydn enttäuscht. Ihm schien das Studium bei seinem großen Vorbild etwas oberflächlich. Die Sonderausstellung umfasst drei Räume. Im ersten Raum werden Kompositionen und Abschriften, die Beethoven als Schüler von Haydn machte, gezeigt, wie etwa eine Abschrift des Finales von Haydns 99. Symphonie, die Beethoven zum Studium des Kontrapunktes machte.

Ambivalentes Verhältnis. Im zweiten und dritten Raum wird darauf verwiesen, dass die beiden Komponisten nicht nur das 19. Jahrhundert prägten, sondern auch heute noch Künstler inspirieren, bis hin zu Andy Warhol oder dem exzentrischen Geiger David Garrett, von dem es Einspielungen zu hören gibt. Das ambivalente, zweijährige Lehrer-Schüler-Verhältnis gipfelt in der Widmung von Beethovens Klaviersonaten op. 2 an Joseph Haydn. Es war zwar einerseits eine gegenseitige Bewunderung, aber auch ein durchaus ambivalentes Verhältnis. Die Inspiration ist in Beethovens frühen Werken noch deutlich zu spüren, dann aber entfernt sich Beethoven immer mehr von seinem Vorbild, betritt musikalisches Neuland und erlangt seine Eigenständigkeit.

Wertvolle Leihgaben. In der Sonderausstellung werden zahlreiche teils autographe Leihgaben gezeigt, die Beethovens Studien bei Haydn und Albrechtsberger belegen. In Guckkästen sind Orte abgebildet, ein multimediales Bilderbuch stellt die beiden Protagonisten und ihre Weggefährten und Förderer dar. Die Leihgaben stammen unter anderem von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, dem Beethoven-Haus in Bonn und der Österreichischen Nationalbibliothek. Sprecher des Audioguides ist Cornelius Obonya.

„Haydn & Beethoven. Begegnungen – Inspiration – Reflexion“, Haydn-Haus Eisenstadt, bis 11.11.2013,  Mo-Sa 9-17, So/Ftg, 10-17 Uhr