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Kirche, Kunst und Kultur

© Diözese Eisenstadt

Mittwoch, 18. Dezember 2013

Das Blühen gemalt

Großer Kunstkalender mit Aquarellen von Sr. Elfriede Ettl erschienen

„Malen Sie nicht die Blumen, sondern das Blühen“, fordert Oskar Kokoschka bei der Internationalen Sommerakademie in Salzburg Sr. Elfriede Ettl auf. Kokoschka nennt sie „meine kleine Schwester“. Zeit ihres Lebens zehrt sie von den Erfahrungen aus Kokoschkas „Schule des Sehens“, die sie zwei Mal, 1954 und 1961, besucht. Am 28. Feber 2014 würde Sr. Ettl 100 Jahr alt werden. 

Die burgenländische bäuerliche Architektur war Sr. Ettls Domäne. (Katalog)
Der runde Geburtstag von Sr. Elfriede Ettl wirft bereits seine Schatten voraus. Das Land Burgenland und der Orden der Schwestern vom Göttlichen Erlöser, dem Sr. Ettl angehörte, werden im Jänner eine Ausstellung in der Landesgalerie ausrichten. Bereits jetzt hat ein großes Bankinstitut, die Bank Burgenland, einen Kunstkalender mit burgenländischen Motiven in Aquarelltechnik, der Domäne Sr. Ettls, herausgegeben.

Es malt aus mir heraus. Die großen Kalenderblätter haben burgenländische Motive zum Inhalt. Da sind die für Schwester Ettl so typischen Buckelkörbe tragenden Frauen, die barocken Bürgerhäuser aus Eisenstadt, die Burg Güssing und die malerischen geschwungenen Giebelhäuser aus den burgenländischen Dörfern, die sie so gerne malte. „Das Aquarell“, meinte die Künstlerin einmal, „lebt vom Licht. Das Wesentliche ist die innere Umsetzung. Das Sehen wird zum Einsehen, es transportiert die geistige Erlebnissphäre. Und das Schönste passiert einfach. Es malt aus mir heraus.“

Ich breche die Gerade. „Mal nicht so schief!“ hatte sie einst ihr Vater ermahnt. „Du kannst es ja gerade“. Ettl hat ihm indirekt erwidert, wenn sie ihre Malweise zu erklären versuchte: „Ich breche die Gerade und lasse die Linien konisch aufeinander zulaufen und erreiche so eine dynamische Räumlichkeit, die alle Gesetze der herkömmlichen Perspektive überwindet.“ Ihre ganze Leidenschaft und Liebe zum Burgenland hat in ihren großen Zyklen „Kroaten“, „Heanzen“, „Eisenstadt“ und „Güssing“ Niederschlag gefunden. Der Kalender führt zwölf Blätter daraus zusammen.

Der Kalender kann gegen eine Spende von 10 Euro, die für einen karitativen Zweck verwendet werden, in den Filialen der Bank Burgenland erworben werden. Die Ausstellung in der Burgenländischen Landesgalerie „Bruder Pinsel, Schwester Farbe – Elfriede Ettl zum 100. Geburtstag“ wird in der Zeit von 16. Jänner bis 9. März 2014 gezeigt werden.

Mittwoch, 13. November 2013

Volkskundliche Schätze

Das Museum Oberschützen wurde von Andreas Lehner neu gestaltet

Der Künstler Andreas Lehner ist ein umtriebiger, phantasievoller, ideenreicher und unermüdlicher Animateur, der seine Region mit vielen Projekten bereichert. So geht der Grenzerfahrungsweg Bildein ebenso auf sein Konto wie Ausstellungsgestaltungen auf Burg Schlaining, im Museum Hartberg oder bei der Gedenkstätte des Kreuzstadels Rechnitz. Seit 2011 ist Andreas Lehner auch Mitglied im Bundesbeirat für regionale Kulturinitiativen. Nun hat er das Museum Oberschützen nach den neuesten museumsdidaktischen Richtlinien einem Relaunch unterzogen.

Im Museum Oberschützen können Besucher auch alte Spielsachen bewundern (ARCHIV)

Heuer begeht das „Haus der Volkskultur“ in Oberschützen sein zehnjähriges Bestandsjubiläum. Es gewährt Einblicke in die Geschichte des Burgenlandes in der Zeit des 19. Jahrhunderts. 2003 wurde das Museum – aufbauend auf der Sammlung Simon – eröffnet. Es weist zwei Schwerpunkte auf: die Präsentation der volkskundlichen Sammlung von Franz Simon und die Dokumentation „Pfarrer Gottlieb August Wimmer“. Um die Präsentationen einer breiteren, auch jüngeren Besucherschicht besser und interessanter zugänglich zu machen, wurde die Ausstellung nun neu gestaltet.

Medienmix und modifizierte Themenstellung. Museumsgestalter Andreas Lehner setzt dabei vor allem auf einen gezielten Medienmix und eine modifizierte Themenstellung. In der Ausstellung werden anhand des wechselvollen Lebens von Gottlieb August Wimmer Aspekte der Geschichte des 19. Jahrhunderts wie Glauben und religiöses Leben, Schule und Lernen, Naturwissenschaft, wirtschaftliche Reformen, Gesundheitsvorsorge, Revolution, Flucht und Exil thematisiert. Illustriert werden die Themen mit Exponaten aus dem Leben von Pfarrer Wimmer und aus der Sammlung Simon. Die Texte dazu stammen vom ehemaligen Superintendenten des Burgenlandes, Univ.-Prof. Gustav Reingrabner.

Zwei maßgebliche Persönlichkeiten. Gottlieb August Wimmer – er lebte von 1791 bis 1863 – wirkte fast 30 Jahre in Oberschützen und gründete hier die evangelischen Schulen, die für den gesamten westpannonischen Raum von großer Bedeutung waren. Der 1909 geborene Kunsterzieher Franz Simon trug eine beträchtliche Zahl bäuerlicher Gerätschaften zusammen und wurde vor allem wegen seiner Bücher, die in einzigartiger Weise und detailgetreu die bäuerliche Architektur des Südburgenlandes dokumentieren, bekannt. Sie erreichen heute Preise von über 1.000 Euro. Simon starb 1997.

Museum Oberschützen, Hauptstraße
25, Mo-Fr 8.30-11.30, Mi/Sa 15-16.30
sowie gegen tel. Anmeldung unter
0664/78 29 059 oder 03353/61 60 12

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Bilder im Kopf

Fünf Jahre Jugendkulturinitiative „Zooming Culture“ im Projektraum der Landesgalerie

Mit dem „Zooming Culture Fotowettbewerb“ der Kulturabteilung des Landes wird seit 2008 ein Impuls gegeben, jungen Fototalenten aus dem Burgenland eine Plattform für Ausstellungen zu bieten. Heuer geht diese Initiative in ihr sechstes Jahr. Aus diesem Anlass wurden die Preisträgerinnen und Preisträger der vergangenen fünf Jahre zu einem Workshop eingeladen, dessen Ergebnisse nun in einem Ausstellungs-Projekt unter der Federführung von Steve Haider gezeigt werden.

Die 1984 geborene Iris Enz hat 2008 den Fotowettbewerb gewonnen. KATALOG

Sandra Rauchbauer, Iris Enz, Bianca Geiger, Mary Binder, Elias Stangl, Babsi Amon, Christoph Welkovits und Daniela Hanzl sind jene acht jungen Fotografinnen und Fotografen, die den ersten Preis der seit 2008 bestehenden Jugendkulturinitiative „Zooming Culture“ gewonnen haben. Steve Haider ist seit fünf Jahren fachlicher Begleiter von „Zooming Culture“ und als Workshop-Leiter und Juror tätig. Der Illmitzer gewann bereits in jungen Jahren etliche Preise, darunter zweimal den Landesjugendkulturpreis.

Eigenständigkeit fördern. Die Ausschreibungen wurden jeweils unter ein Thema gestellt: Streetlife (2008), Grenzen (2009), Arbeitswelt (2010), Beziehungen (2011), Tolerant sein (2012). Mit dem Projekt „Zooming Culture“ soll die Entwicklung eines eigenständigen, individuellen und differenzierten Standpunktes von Jugendlichen gefördert werden. Dass dies mit den Mitteln ihrer unmittelbaren Lebenswelt und in der unmittelbaren Lebensumgebung, wie Handy, Computer, Musik, Foto, Video, Elektronik geschieht, macht das Projekt so wertvoll, meint Alfred Masal, Gesch.ftsführer des Offenen Hauses Oberwart, in dem die jährlichen Workshops und Ausstellungen von „Zooming Culture“ seit 2008 stattfinden.

Möglichst viele ansprechen. Was 2008 mit Wettbewerb, Workshops und Musikfestival noch in bescheidenem Rahmen startete, hat sich immer weiter entwickelt. Mit den alternativen Kulturzentren KUGA, OHO und Cselley-Mühle konnten Partner für die Abwicklung von Workshops und Veranstaltungen gewonnen werden. Und professionelle Konzertveranstalter betreuen heute die Organisation der Abschlussveranstaltung und des Bandwettbewerbs. Angesprochen werden sollen aber nicht nur junge Künstler, sondern ein möglichst breites Spektrum von Jugendlichen.

Fotoausstellung „Bilder im Kopf. 5
Jahre Zooming-Culture“, Projektraum der
Landesgalerie, Esterházyplatz 5, 11.10. bis 11.11.
2013, Di-Sa 9-17, So/Ftg 10-17 Uhr, Eintritt frei

Mittwoch, 2. Oktober 2013

Visionärer Fürst

Heuer jährt sich zum 300. Mal der Todestag von Fürst Paul I. Esterházy.

Paul I. ist eine der außergewöhnlichsten Persönlichkeiten der Familie Esterházy. Ursprünglich für den geistlichen Stand bestimmt, muss er nach dem Tod seines Bruders an die Spitze des Magnatenhauses treten. Paul dichtet, komponiert, musiziert, tanzt und malt. Er ist ein Förderer der Kunst, gründet die Esterházy-Sammlungen und nimmt an Feldzügen teil. Er lässt viele Kirchen erbauen, darunter Frauenkirchen, Eisenstadt-Oberberg und Loretto. Für seine zweite Frau Eva Thököly wird in der Franziskanerkirche in Eisenstadt eine Ikonostase zur Erinnerung an ihre Heimat errichtet. Unter ihm erhält das Schloss in Eisenstadt seine heutige Gestalt. Er engagiert sich auch in der Armenfürsorge und gewährt zahlreichen vertriebenen Juden Schutz, allein 1671 3.000.


Für seine Loyalität zum habsburgischen Kaiserhaus erhält er 1687 von Leopold I. den Fürstentitel, weshalb sein Wappen ein großes „L“ ziert. Vom ebenfalls musikbegeisterten Kaiser Leopold I. lässt er sich inspirieren, die bereits unter seinem Vater, Graf Nikolaus Esterházy, begonnene Etablierung einer eigenen Hofmusik auszubauen, die sich Jahrzehnte später mit den Fürsten Nikolaus I., dessen Enkel Nikolaus II. und Joseph Haydn zur Hochblüte entfalten sollte.

Von Adam bis König Attila. Die von ihm in Auftrag gegebene Ahnengalerie zeigt in fast 400 barocken Portraits die Geschichte der Esterházys, die nicht nur fast alle Würdentr.ger Ungarns, sondern auch die biblischen Gestalten Adam und Noah, Hunnenkönig Attila und Graf Dracula für seine Genealogie vereinnahmt, was barocker Geschichtsschreibung entspricht. 1711 gibt Paul die religiöse Liedersammlung „Harmonia Caelestis“, ein Werk, teils auch mit Texten aus seiner Hand heraus, das als erstes bedeutendes Barockwerk der ungarischen Musikgeschichte gilt.

Barocke Schatzkammer. Hinter dicken Mauern und mit komplizierten Sperrmechanismen verschlossen, richtet Fürst Paul ab 1692 im Herzen der Burg Forchtenstein eine Schatzkammer ein. Sie ist heute die einzige am Originalstandort erhaltene barocke Kunstkammer Europas und spiegelt eine sehr späte Erscheinung der humanistischen Sammlungsidee wider, die mittels des Mikrokosmos „Kunstkammer“ den Makrokosmos „Welt“ veranschaulichen soll. Fürst Paul zeugt 26 Kinder. Er stirbt 68jährig am 26. März 1713 und wird in der Krypta der Franziskanerkirche in Eisenstadt beigesetzt.

Paul I. – Visionär und Humanist,
Harmonia Caelestis, Schloss Esterházy,
bis 11. 11. 2013, täglich 9-18 Uhr

Mittwoch, 25. September 2013

Vom dörflichen Leben

Das „Dorfmuseum Mönchhof“ zu Gast im Burgenländischen Landesmuseum.

Der „Christus am Ölberg“ über den Ehebetten ist heute ebenso aus den Schlafzimmern verschwunden wie die „Santa Maria“ als Fernsehleuchte. Dagegen halten sich Dürers „Betende Hände“ oder Hochzeitsbilder nach wie vor als Wanddekoration. Einen Blick in die Häuser der Burgenländer von damals, als das Leben noch karg und bescheiden verlief, gewährt das „Dorfmuseum Mönchhof“, das nun am Beginn einer Reihe von Museen steht, die zu einem Gastauftritt ins Landesmuseum eingeladen werden.

Einkaufen wie anno dazumal: im Kaufhaus des Dorfmuseums. ZVG

1990 eröffnen Christine und Josef Haubenwallner in Mönchhof ein kleines Privatmuseum, aus dem inzwischen ein umfangreiches Freilichtmuseum mit 35 Gebäuden geworden ist. Es gibt Einblick in das Alltagsleben der Dorfbevölkerung des Heidebodens in der Zeit von 1890 bis zu den 1960er-Jahren. Zu sehen sind neben einem typischen Wohnhaus der damaligen Zeit ein Gasthaus, eine Volksschule, eine Greißlerei, ein Kino, ein Postamt, eine Gemeindestube, ein Feuerwehrdepot, ein Milchhaus, ein Geräteschuppen, eine Schmiede, eine Schuster-, eine Radiound eine Fassbinderwerkstatt, eine Schrotmühle, ein Weingarten mit einem Kreuzweg sowie ein evangelisches Bethaus und eine katholische Kirche. Sogar ein kleines Zollhaus wurde nachgebaut.

Museumsgütesiegel. Das Dorfmuseum möchte neben den typischen Wohnhäusern und Werkstätten die Grundlagen der Existenzsicherung der bäuerlichen Bevölkerung des Heidebodens sowie die Bevorratung für den Eigenbedarf zeigen. Damit soll das Leben der Menschen und ihr Tagesablauf geschildert werden. Der Blick in die Häuser dokumentiert auch die bescheidenen Wünsche nach ein wenig Luxus wie Schablonenmalerei, Erinnerungsfotos und religiöse Bilder.

Reihe „Zu Gast“. Die Besucher können neben einer Kegelbahn, einer Jagdhütte und einem Fischteich auch einen Eiskeller, ein Halterhaus und eine sogenannte „Halbwirtschaft“ besichtigen, die neben den Wohnräumen die dazugehörigen Wirtschaftskammern, Viehställe, einen Wagenschupfen, einen Stadel und einen Weinkeller umfasst. Zu sehen sind auch eine Backstube und ein kleiner Bäckerladen. 2002 erhielt das Dorfmuseum das Österreichische Museumsgütesiegel. Das Landesmuseum will die Reihe „Zu Gast“ mit Sonderausstellungen über kleine Museen und spezielle Sammlungen, die die Vielfalt und Besonderheiten der burgenländischen Regionen widerspiegeln, fortsetzen.

Die eigenen vier Wände, Das Dorfmuseum Mönchhof, Burgenländisches Landesmuseum Eisenstadt, bis 11. November 2013, Di-Sa 9-17, So/Ftg 10-17 Uhr

Mittwoch, 11. September 2013

Im Fokus

30 Jahre „Fotokreis Eisenstadt“ – Jubiläumsprojekt mit Gästen aus Nachbarländern

Birgit Hahnekamp, seit 2010 Mitglied des Fotokreises Eisenstadt

In den Auslagen von 16 Geschäften in der Eisenstädter Fußgängerzone sind für zwei Wochen Arbeiten der Mitglieder des Eisenstädter Fotokreises zu sehen. Der Fotoclub feiert heuer sein 30jähriges Bestehen. 1983 von Manfred Eiszner gegründet, gehörten dem ursprünglich „Foto – Film – Video Club Eisenstadt“ genannten Kreis renommierte burgenländische Künstler wie Johannes Zachs, Walter Benigni, Johannes Haider oder Johannes Ramsauer an. Zum 30-jährigen Bestandsjubiläum hat man sich ein l.nderübergreifendes Projekt einfallen lassen.

Vergangenes Wochenende trafen einander Fotografen aus Zagreb, Sisak und Sopron zu einem Workshop in der Landeshauptstadt unter dem Aspekt „Unser Blick auf Eisenstadt und seine Umgebung“. Die Ergebnisse sind seit Anfang dieser Woche in einer Multimediashow zu sehen. In der Eisenstädter Rathausgalerie geben die drei Fotoclubs Einblick in ihr Schaffen. Zeitgleich präsentieren die Mitglieder des Eisenstädter Fotokreises Bilder in den Auslagen von Eisenstädter Geschäften.

Kroatische und ungarische Clubs. Der „Fotoclub Zagreb“ wurde bereits 1892 gegründet und kann auf mehrere Glanzzeiten in den Dreißiger-, den Sechziger- bis Achtzigerjahren und den Neunzigerjahren des vergangenen Jahrhunderts zurückblicken. Stolz ist man auf das Erreichen der Fotoweltspitze mit der „Zagreber Schule der Fotografie“. 50 Mitglieder zählt der „Fotoklub Siscica Obscura“. Er wurde 1999 in der kroatischen Stadt Sisak zur Förderung junger Fotografen gegründet. 2009 konnte man die erste Fotogalerie der Stadt eröffnen, die vierte ganz Kroatiens. 13 Mitglieder zählt der im Jahr 2001 gegründete „Fotokunstkreis Sopron“. Auch seine Mitglieder dürfen nationale und internationale Erfolge und Auszeichnungen verbuchen.

Junge Fototalente fördern. Der „Fotokreis Eisenstadt“ hat heute seine Heimat im Haus des Volksbildungswerkes in der Eisenstädter Haydngasse gefunden. Damit wird wohl auch der erwachsenenbildnerische Charakter des Clubs zum Ausdruck gebracht. Man möchte schließlich junge Fototalente fördern. Von den Gründungsmitgliedern sind noch Fritz Moßburger, Hans Tschida, Herbert Mick, Peter Barilits und Manfred Eiszner dabei. Obfrau ist seit 2003 Hedda Pflagner.

3 Länder in der Fotografie, Rathausgalerie Eisenstadt, 6.-30.9.2013, Mo-Do 8-16, Fr 8-13 Uhr, Eintritt frei; sowie Auslagengalerie in der FUZO Eisenstadt

Sonntag, 28. Juli 2013

Zwischenwelten

„Das Kreuz ist meine Grundfigur geworden. Mir fällt einfach nichts anderes ein, was mich so herausfordert und in Arbeitswut und Fleiß bringt; deswegen nehme ich es immer wieder auf. Ich versuche alles Mögliche. Ich versuche bis ins Gegenteil des Kreuzes auszubrechen, aber es führt mich immer wieder zurück“, sagt Arnulf Rainer über seine übermalten Kreuze, die er „Kruzifikationen“ nennt. Diese Kruzifikationen durchziehen das gesamte Werk des Künstlers. In einem Gespräch mit dem Religionssoziologen Jesuitenpater Friedhelm Mennekes äußert Rainer 1992: „Es ist das Kreuz, das den Sinn ergeben könnte.“


Rainer formuliert sein gleichermaßen dissoziatives wie selbstdestruktives Befragungsexperiment immer in Gegensätzen: Automatismus gegen Konstruktion, Erotik gegen Religion, Natur gegen Künstlichkeit. So ermöglicht er dem Betrachter das Eintauchen in Zwischenwelten. Im Dialog zwischen Bild und Raum, zwischen Farbe und Zeichen, zwischen dem Kreuz und der Spiritualität setzt er vielfältige Assoziationen frei.

Übermalungen. 1968 beginnt Rainer mit physiognomischen Abartigkeiten der eigenen Mimik zu experimentieren. „Wenn ich zeichne, bin ich aufgeregt, spreche ich mit mir selbst, verziehe mein Gesicht, beschimpfe Leute, bewege und verwandle mich permanent als Leib, Charakter und Person.“ Rainer macht sich selbst zum Objekt, liefert sich aus. Durch die Überarbeitung mit Schwarzstift und Graphit intensiviert er den verfremdenden Effekt. In seinen „Übermalungen“ setzt er sich mit der Problematik des Todes und dem Verhältnis zwischen Künstler und Gesellschaft auseinander.

Gefördert durch Msgr. Mauer. Arnulf Rainer wird 1929 in Baden bei Wien geboren. 1953 lernt er Monsignore Otto Mauer kennen, der Rainers erste Einzelausstellung in der Galerie St. Stephan präsentiert.1978 wird Rainer mit dem Großen Österreichischen Staatspreis ausgezeichnet. Von 1981 bis 1995 leitet er eine Meisterklasse für Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 2004 erhält er den Ehrendoktortitel der Katholischen Fakultät der Universität Münster, 2006 ein Ehrendoktorat der Theologie von der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz. 1993 wird in New York das Arnulf-Rainer-Museum eröffnet, 2009 erfolgt die Eröffnung eines eigenen Museums in seiner Geburtsstadt Baden.

Arnulf Rainer, „Von Anfang an …“, Ensemble Gerersdorf, bis 15.9.2013, täglich 10-18 Uhr, Eintritt: 5,-, Familien: 11,-

Sonntag, 21. Juli 2013

Tränen der Götter


Das fossile Baumharz mit der gold- und braungelben Farbe fasziniert besonders durch die oft eingeschlossenen Insekten, Flechten oder Moose. Es handelt sich um das Harz von Kiefern, das vor etwa 40 bis 50 Millionen Jahren entstand. Während der langen Lagerungszeit verhärtete es und wurde zu Bernstein. Die größten Fundstellen liegen auf der Halbinsel Samland und entlang der Küste der Ostsee bis zum baltischen Meer. Bernstein wussten bereits die Römer zu verarbeiten. So entstand die berühmte „Bernsteinstraße“, die auch über das Burgenland vom heutigen St. Petersburg bis nach Venedig verlief.



Das fossile Harz wird gerne als „Tränen der Götter“ bezeichnet und galt einst als Zeichen von Luxus und Macht. Leihgaben stammen aus dem Naturhistorischen Museum, dem Burgenländischen Landesmuseum und  dem Museum Carnuntum - wie ein 270 Millionen Jahre altes und 30 Kilogramm schweres fossiles Harz und ein versteinerter Dinosaurier. Handelswaren wie Kleidung, Schmuck, Waffen und die Rekonstruktion eines römischen Reisewagens, eine Leihgabe des Kaliszer Museums in Polen, geben Einblick in die Zeit, als Bernstein wertvoller war als Gold.

Achtes Weltwunder. In der Ausstellung ist auch ein Nachbau des berühmten „Bernsteinzimmers“, das 1701 vom preußischen König Friedrich Wilhelm I. an Zar Peter den Großen verschenkt worden und seit dem Ende des II. Weltkrieges verschollen ist, zu bestaunen. Es stammt vom Bühnenbild der Operette „Der Zarewitsch“ der Seespiele in Mörbisch. Ein großer Teil der Ausstellung widmet sich Fotografien von 60 Millionen alten, geschliffenen Bernstein-Inklusen des Fotografen Otto Posch in tausendfacher Vergrößerung.

Erster winterfester Handelsweg. Die Ausstellung widmet sich auch der großen Bernsteinstraße, dem vor 5000 Jahren entstandenen ersten wintersicheren Handelsweg zwischen Norden und Süden. Von den Römern wurde der Transportweg zur ersten zweispurigen Straße Europas ausgebaut. Der Schweizer Fotograf Markus Zohner hat die 5.000 Kilometer lange Bernsteinstraße zwei Jahre lang zu Fuß durchwandert. Eine Auswahl seiner besten Fotos ist in der Ausstellung zu sehen.

Bernstein - Das Gold des Nordens. Die Wiederentdeckung der Bersteinstraße, Schloss Halbturn, bis 27.10.2013, Di-So/Ftg 10-18 Uhr, Eintritt € 8,-

Sonntag, 14. Juli 2013

Musikgiganten


Fürst Anton Esterhazy nannte Beethoven einen Mohren, als er ihm von Haydn vorgestellt wurde. Und tatsächlich: Beethovens Äußeres glich nicht gerade einem Schönling, wie zeitgenössische Berichte zeigen: Seine Vorderzähne standen infolge der eigentümlichen Flachheit seines Gaumens vor und drängten dadurch die Lippen nach außen. Seine Nase war breit und platt, die Stirn merkwürdig voll und rund – nach den Worten des Hofsekretärs Mähler, der zweimal sein Porträt malte, „wie eine Kugel“.



Beethoven trifft Haydn zum ersten Mal in Bonn im Jahr 1790, als Haydn auf dem Weg nach England ist. Nach seiner Rückkehr 1792 nimmt Beethoven in Wien bei ihm Unterricht. Beethoven war zunächst von Haydn enttäuscht. Ihm schien das Studium bei seinem großen Vorbild etwas oberflächlich. Die Sonderausstellung umfasst drei Räume. Im ersten Raum werden Kompositionen und Abschriften, die Beethoven als Schüler von Haydn machte, gezeigt, wie etwa eine Abschrift des Finales von Haydns 99. Symphonie, die Beethoven zum Studium des Kontrapunktes machte.

Ambivalentes Verhältnis. Im zweiten und dritten Raum wird darauf verwiesen, dass die beiden Komponisten nicht nur das 19. Jahrhundert prägten, sondern auch heute noch Künstler inspirieren, bis hin zu Andy Warhol oder dem exzentrischen Geiger David Garrett, von dem es Einspielungen zu hören gibt. Das ambivalente, zweijährige Lehrer-Schüler-Verhältnis gipfelt in der Widmung von Beethovens Klaviersonaten op. 2 an Joseph Haydn. Es war zwar einerseits eine gegenseitige Bewunderung, aber auch ein durchaus ambivalentes Verhältnis. Die Inspiration ist in Beethovens frühen Werken noch deutlich zu spüren, dann aber entfernt sich Beethoven immer mehr von seinem Vorbild, betritt musikalisches Neuland und erlangt seine Eigenständigkeit.

Wertvolle Leihgaben. In der Sonderausstellung werden zahlreiche teils autographe Leihgaben gezeigt, die Beethovens Studien bei Haydn und Albrechtsberger belegen. In Guckkästen sind Orte abgebildet, ein multimediales Bilderbuch stellt die beiden Protagonisten und ihre Weggefährten und Förderer dar. Die Leihgaben stammen unter anderem von der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, dem Beethoven-Haus in Bonn und der Österreichischen Nationalbibliothek. Sprecher des Audioguides ist Cornelius Obonya.

„Haydn & Beethoven. Begegnungen – Inspiration – Reflexion“, Haydn-Haus Eisenstadt, bis 11.11.2013,  Mo-Sa 9-17, So/Ftg, 10-17 Uhr